Leitl und Silhavy: IT und Kommunikationstechnologien sichern Wohlstand und Wachstum

Leitl zu Verwaltungsreform: "Hindernisse wegräumen, für Schwung sorgen" - Wirtschaft für Entlastung der Betriebe durch Wegfall der Pflichtveröffentlichungen in der Wr. Zeitung

Wien (OTS) - "Hindernisse wegräumen und für Schwung sorgen, in Schwung kommen" - diese Devise gab WKÖ-Präsident Leitl heute beim gemeinsamen Pressegespräch mit Heidrun Silhavy, der Staatssekretärin im Bundeskanzleramt, anlässlich des E-Day in der Wirtschaftskammer Österreich aus.

Staatssekretärin Silhavy unterstrich dabei die Rolle der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) als Garant für Wohlstand und Wachstum sowohl für den einzelnen als auch für die Gesellschaft. Unser Land sei in Sachen elektronische Verwaltung ("E-Government") gut aufgestellt, das habe ein EU-weites Benchmarking ergeben. Keinesfalls dürfe man sich jedoch auf den Lorbeeren ausruhen. Vielmehr gelte es an der weiteren Entwicklung und Verbreitung sowohl von Zugangsmöglichkeiten als auch von Angeboten und Diensten zu arbeiten. Österreich sei gefordert, Neues zu wagen und so auch zu massentauglichen Angeboten für eine möglichst breite Gruppe von Menschen zu kommen. Als einen nächsten diesbezüglichen Schritte nannte Silhavy den Auftrag, der an die Plattform "Digitales Österreich" ergangen ist, "weiße Flecken im digitalen Österreich" ausfindig zu machen und darauf aufbauend Verbesserungsmaßnahmen zu entwickeln. Den "digitale gap", die Kluft zu jenen, die elektronische Angebote nicht nutzen können oder wollen, müsse jedenfalls verringert werden.

Erfreut zeigte sich Silhavy über die Barrierefreiheit von Internetangeboten, das heißt, Inhalte können an öffentlichen Internet-Kiosken kostenlos abrufen werden, wie etwa auf help.gv.at . Diese Plattform lobte sie als gelungenes Beispiel für eine Zusammenarbeit von Verwaltung und Wirtschaft.

Sowohl Leitl als auch Silhavy unterstrichen die Bedeutung einer gut funktionierenden Verwaltung. Leitl verwies dabei auf die Maria-theresianische Zeit vor 200 Jahren, wo die für damalige Zeiten moderne Verwaltung in Österreich einzigartig war, ganz sicher in Europa, wenn nicht sogar weltweit. "Warum soll es uns nicht wieder gelingen, die modernste, effizienteste, kostengünstigste Verwaltung zu haben?" "Wir haben gezeigt, was wir können - also tun wir es", forderte Leitl in Bezug auf die Verfassungsreform. Er nannte drei Säulen einer "Bürokratie-Offensive", die stattfinden bzw. vorangetrieben werden müsse, um spürbare und nachhaltige Auswirkungen für die heimischen Unternehmen zu zeitigen, nämlich
* eine moderne und zukunftsorientierte Verwaltungs- und Verfassungsreform
* die Reduktion der Verwaltungskosten für die Betriebe um 25 Prozent (Standard-Cost-Modell) sowie
* der verstärkte Einsatz von und erhöhte Sicherheit bei E-Anwendungen wie eben E-Government, E-Commerce oder die E-Rechnung. Allein der verstärkte Einsatz der E-Rechnung kann den heimischen Unternehmen bis zu 600 Millionen Euro pro Jahr an betriebsinternen Kosten ersparen.

Der so genannte Fiedler-Entwurf könne bei der Verfassungsreform als Basis dienen, auf dem es aufzubauen gelte. Bis Endes des ersten Halbjahres erwarte er sich "mutige und sinnvolle Weichenstellungen in Sachen Verwaltungsreform."

Vehement plädiert Leitl für eine Entlastung der heimischen Betriebe durch eine zeitgemäßere Forrm bei der Veröffentlichung ihrer Bilanzen: Bis jetzt müssen Kapitalgesellschaften (AG und GmbH.) diese nämlich nicht nur im elektronischen Firmenbuch hinterlegen, sondern zusätzlich auch als Pflichteinschaltung im amtlichen Teil der Wiener Zeitung, die im Besitz der Republik steht, veröffentlichen. Dadurch fallen zusätzliche unnötige Kosten an. So zahlt etwa eine kleine Software-GmbH für Einschaltungen in der Wiener Zeitung durchschnittlich mehr als 100 Euro brutto im Jahr. Nach Auskunft des Aktienforums belaufen sich diese Kosten bei einer börsennotierten AG auf durchschnittlich 26.700 Euro pro Jahr. Leitl: "Hier liegt ein Einsparungspotenzial von insgesamt einigen Millionen Euro." Das "doppelt Gemoppelt" bei der Veröffentlichung von Firmeninformationen belastet und ärgert die Unternehmer, wie zahlreiche Schreiben von Betrieben an die WKÖ belegen. (JR)

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