Von Geiselnahme betroffene BAWAG-Filiale seit gestern Nachmittag wieder offen

Mitarbeiter bleiben weiter freigestellt und abgeschirmt

Wien (OTS) - Die BAWAG-Filiale in der Mariahilfer Strasse in Wien, in der am Dienstag die Geiselnahme von 7 Personen erfolgte, ist seit Mittwochnachmittag wieder für den Kundenverkehr geöffnet. Vorerst bleibt eine Ersatzmannschaft in dieser Filiale im Einsatz, die vom Überfall betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bleiben in den nächsten Tagen weiterhin vom Dienst freigestellt. Die Dienstfreistellung gibt diesen Mitarbeitern die Möglichkeit, im Kreis ihrer Familien und Vertrauenspersonen die entsetzlichen Stunden der Geiselhaft zu verarbeiten und mit den damit verbundenen tiefen Eindrücken und Gefühlen fertig zu werden. Seitens der Bank wird psychologische Betreuung angeboten.

Den betroffenen Mitarbeitern geht es den Umständen entsprechend. Naturgemäß wirken sich Extremsituationen auf verschiedene Menschen unterschiedlich aus. Gemeinsam ist allen, dass sie die Stunden der Geiselnahme als äußerst gefährlich empfunden und in manchen Minuten um ihr Leben gefürchtet haben. Den Täter beschreiben sie als unberechenbar und von schwankender Gefühlslage. In einer Situationsbesprechung von heute Morgen in der Filiale, haben einige betroffene Mitarbeiter ihre derzeitige eigene Gefühlslage als "nicht gut" beschrieben. Manche berichten, dass sie unter Schlafstörungen leiden und bei der ersten Rückkehr in die Filiale "schon nervös" waren und es ein "mulmiges Gefühl ist, wieder hier herein zu gehen". Alle brauchen und wollen in den nächsten Tagen noch Zeit, die Nachwirkungen zu verkraften und zu verdauen. Sie bleiben weiterhin vom Dienst freigestellt.

Auf die Frage, ob es etwas gibt, was sie sich als zusätzliche Unterstützung wünschen würden, sagte eine Mitarbeiterin: "Ich hätte nur einen Wunsch: dass dieser Tag nie passiert wäre."

Der Leiter der betroffenen Filiale, Herr Christian P., der selbst auch als Geisel genommen wurde, betont das völlig korrekte und richtige Verhalten seiner Kolleginnen und Kollegen in dieser brenzligen Situation: "Ich bedanke mich sehr dafür und bin stolz auf meine Mitarbeiter."

Generaldirektor Nowotny: "Die Kolleginnen und Kollegen haben sich in einer äußerst gefährlichen Situation bewundernswert verhalten und dazu beigetragen, dass die Geiselnahme letztlich gut geendet hat. Wir werden die betroffenen Mitarbeiter nach allen Kräften dabei unterstützen, die Nachwirkungen zu verarbeiten."

Fassungslos und äußerst verärgert kommentieren die betroffenen Mitarbeiter den Anruf eines Journalisten in der Filiale zur Zeit der Geiselnahme, um mit dem Geiselnehmer zu sprechen. "Der Geiselnehmer hat sich von diesem Anruf provoziert gefühlt und dementsprechend aggressiv darauf reagiert. Das war eine sehr gefährliche Situation für uns. Da haben wir wirklich um unser Leben gefürchtet."

Die BAWAG P.S.K. bedankt sich sehr bei jenen Medienvertretern, die verständnisvoll und rücksichtsvoll agiert haben und agieren. Gleichzeitig wird von der Bank das Verhalten mancher Medien scharf verurteilt, die zu einer Eskalation einer für die Mitarbeiter äußerst gefährlichen Situation geführt haben. Völliges Unverständnis gibt es seitens der Bank auch für aufdringliche Versuche, mit den betroffenen Mitarbeitern Interviews zu ergattern.

Die BAWAG P.S.K. ersucht alle Medienvertreter um Verständnis, dass die betroffenen Mitarbeiter nach dieser Extremsituation Zeit und Ruhe brauchen und verdienen. Selbstverständlich unterstützt die BAWAG P.S.K. diesen Wunsch der Mitarbeiter und appelliert an alle Journalisten, auf weitere Kontaktversuche mit den betroffenen Mitarbeitern zu verzichten.

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