AK Muhm zu IV Beyrer: Industrie soll selbst mehr Verantwortung für Fachkräfte übernehmen

Industrie bildet von Jahr zu Jahr weniger Lehrlinge aus

Wien (OTS) - Die Industrie soll selbst mehr Verantwortung übernehmen für die Ausbildung von Fachkräften in Österreich, fordert AK Direktor Werner Muhm. Obwohl die Industrie über angeblichen Fachkräftemangel klagt, hat sie die Zahl ihrer Lehrstellen nicht ausgebaut, sondern sogar noch weiter reduziert: Von 2004 auf 2006 sind die
Industrielehrplätze von 15 481 auf 15.364 gesunken, und das obwohl seit 1985 ohnehin bereits 10.000 Lehrplätze in der Industrie abgebaut worden sind. "Die Langfristplanung, die die Industrie immer von anderen verlangt, hat sie selbst offenbar verschlafen", sagt Muhm. Aufgrund dieser Ausbildungsunwilligkeit weichen offenbar immer mehr Industrieunternehmen einfach auf Arbeitskräfteüberlasser aus, ohne ihren Stellenbedarf entweder durch Eigenschulung zu befriedigen oder ihn dem AMS zu melden. Das AMS könnte unter Einsatz von Nachulungen das qualifizierte Personal vermitteln. 80 Prozent der offenen Schweißerstellen laufen bereits über Überlasser, diese haben bisher gar nichts in Ausbildung investiert. Zudem, so Muhm, gehe es aber offenbar darum, die Löhne niedrig zu halten. Obwohl die Produktivität 2006 um sechs Prozent gestiegen ist, sind die Metallerlöhne auf Basis der letzten Lohnrunde real, unter Einrechnung der Inflationserwartung, nur um 1,3 Prozent gestiegen.

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