E-Day: Podiumsdiskussion über die "Digitale Kluft"

WKÖ-Vizepräsident Schelling: "Österreich muss nicht nur ein Land der User sein, sondern auch ein Land der Entwickler werden"

Wien (PWK138) - Die rasante Entwicklung des Einsatzes von
Computern in den Medien und der Wirtschaft skizzierte Keynote-Speaker Helmut Thoma, Ex-Geschäftsführer des Fernsehsenders RTL und heute Aufsichtsrat-Vorsitzender der freenet.de AG, in seiner Eröffnungsrede am E-day 2007. Österreich stehe, so Thoma, zwar in Europa im e-Government-Bereich sehr gut da, der Platz im Mittelfeld bei der Nutzung der Möglichkeiten des Internets sei allerdings nicht gut genug. "Sämtliche Großunternehmen sind bereits auf den Zug aufgesprungen, man darf aber keinesfalls vergessen, die Kleinen mitzunehmen. Gerade für Kleinunternehmen ist es wichtig, die Barrieren bei der Nutzung des Internets schnellstens zu überwinden", so Thoma. Dafür sei es zwingend notwendig, die "Usability" -einfachere, schnellere Anwendungen wie z.B. Sprachsteuerung -voranzutreiben. "Wenn Staat und Wirtschaft effizient zusammenarbeiten, kann dieses Ziel erreicht werden", meinte der Medienexperte.

Für WKÖ-Vizepräsident Hans Jörg Schelling besteht die "digitale Kluft" weniger zwischen Groß- und Kleinunternehmen, sondern zwischen den Generationen und im regionalen Bereich. Grundvoraussetzung für die optimierte Nutzung digitaler Angebote sei die flächendeckende Verfügbarkeit von Breitband-Internetanschlüssen. Weiters müsse besonders bei der Bildung darauf geachtet werden, dass die Lehrpläne an moderne Verhältnisse angepasst werden und der Umgang mit elektronischen Medien stärker im Mittelpunkt steht. "Österreich muss nicht nur ein Land der User sein, sondern ein Land der Entwickler werden", forderte Schelling. Aufgabe der Wirtschaftskammer sei es, die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen.

Auch Herbert Schweiger von Microsoft Österreich unterstrich die Wichtigkeit der Weiterbildung: "Neben Lesen, Schreiben und Rechnen ist der Umgang mit PCs die ‚vierte Kulturtechnik’". Weltweit finde ein Aufholprozess statt. Um als IT-Standort konkurrenzfähig bleiben zu können, müsse Österreich den Zugang zur Informationsgesellschaft für alle Altersgruppen sicherstellen. Roland Türke von UPC Austria ortete hingegen eine "emotionale digitale Kluft" in der Bevölkerung. "Die Technik ist beherrschbar. Sie funktioniert inzwischen so gut, dass sie vom User als selbstverständlich angesehen wird. Durch diese Selbstverständlichkeit steigt die Akzeptanz", so Türke. Durch die Gefahren des Internets - Stichwort: Spam - könne diese Akzeptanz allerdings wieder sinken. Deshalb seien weltweite Anstrengungen, die Sicherheit im Internet zu garantieren, besonders wichtig. (TB)

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