Arbeiterkammer Kärnten startet große Steuerrückholaktion

Klagenfurt (OTS) - Rund 27 Millionen Euro schenken die Kärntner Arbeitnehmer jedes Jahr dem Finanzamt, weil sie keinen Lohnsteuerausgleich machen. Die Arbeiterkammer Kärnten startet daher heuer bereits zum vierten Mal eine große Steuer-Rückholaktion und sagt, wie Arbeitnehmer zuviel bezahltes Geld zurückbekommen.
Denn die Arbeitnehmer haben nichts zu verschenken. Weil sie in den letzten sechs Jahren steuerlich gegenüber den Unternehmen über Gebühr belastet wurden, fordert die AK ein Vorziehen der Steuerreform. "Wir brauchen eine rasche Entlastung der kleinen und mittleren Einkommen zur Stärkung der Kaufkraft", betont AK-Präsident Günther Goach. Die Arbeitnehmer werden ständig zur Kasse gebeten und zahlten 2006 so viel Lohnsteuer wie noch nie. In den letzten sechs Jahren sind die Einnahmen des Staates aus der Lohnsteuer um rund 25 Prozent gewachsen.
Der Budgetvoranschlag für 2006 sieht Einnahmen von insgesamt 58,3 Milliarden Euro an öffentlichen Abgaben vor. Der realen Einnahmen aus diesen Abgaben werden um rund zwei Milliarden Euro über diesem Voranschlag liegen. Damit werden die Steuereinnahmen 2006 erstmals auf über 60 Milliarden Euro steigen. Laut einer OECD-Studie liegt die Abgabenquote in Österreich um rund 20 Prozent über dem OECD-Mittel. Unter dem Motto "Steuer sparen 2007. Holen Sie Ihr Geld zurück!" informiert die AK zwischen 8. und 19. März Arbeitnehmer in den Kärntner Bezirken bei Informationsabenden über ihre Steuerspar-Möglichkeiten: von Absetzbeträgen, außergewöhnlichen Belastungen, Freibeträgen und Werbungskosten bis zur Negativsteuer. Als kostenlose Steuerberaterin unterstützt die AK die unselbstständig Beschäftigten beim Jahresausgleich und sagt, wie man Geld vom Finanzamt zurückholt", betont Goach. Im Vorjahr haben fast 1.000 Lohnsteuerzahler an diesen Steuerspar-Abenden teilgenommen.
Die Arbeitnehmerveranlagung zahlt sich fast immer aus, besonders aber, wenn man nicht das ganze Jahr berufstätig war, schwankende Bezüge hatte, oder so wenig verdient hat, dass man nur Sozialversicherung bezahlt hat und dann eine Steuergutschrift zurückbekommt.
Die Steuer-Rückholaktion der Arbeiterkammer startet am 8. März in St. Veit (Fuchs-Palast). Weitere Veranstaltungen finden am 12. März in Spittal (Stadtsaal), am 13. März in Wolfsberg (KUSS), am 14. März in Feldkirchen (Amthof), am 15. März in Villach (Arbeiterkammer) und am 19. März in Klagenfurt (Arbeiterkammer) statt. Beginn ist jeweils um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei!
Wie wichtig dieses Service der AK ist, zeigen die Vorkommnisse rund um den "1. Kärntner Lohnsteuerhilfsverein". Der Verein hat Arbeitnehmern seit Anfang 2004 angeboten, für sie die Arbeitnehmerveranlagung durchzuführen und dafür ein Honorar von 25 Prozent des Steuerguthabens verlangt.
Weil der Verein Steuerguthaben verspätet oder teilweise gar nicht an die Auftraggeber weitergeleitet hat und einige Betroffene schon seit Monaten auf ihr Geld warten, hat die Arbeiterkammer Kärnten im Oktober 2006 bei der Staatsanwaltschaft Anzeige gegen den "1. Kärntner Lohnsteuerhilfsverein" erstattet. Die AK hat jenen Geschädigten, die ihre Steuergutschrift bis heute nicht erhalten haben, angeboten, sich auf Kosten der AK als Privatbeteiligte in einem bereits eingeleiteten Strafverfahren anzuschließen. "Das ist für die Betroffenen die beste Chance, doch noch zu ihrem Geld zu kommen", betont der Leiter der Abteilung Steuerrecht in der AK, Dr. Bernhard Sapetschnig. Zahlreiche Geschädigte haben das Angebot bereits angenommen, mit Hilfe der AK ihre Rechte durchzusetzen.

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