Leitl zur Regierungsklausur: Fachkräftemangel mit klaren Prinzipien lösen!

Wirtschaft verlangt konstruktive Ideen statt billiger Polemik: Wo Fachkräfte im Inland nicht gefunden werden können, müssen sie auch aus dem Ausland kommen können

Wien (PWK137) - "Wenn unsere österreichischen Betriebe im vergangenen Jahr um über 50 Prozent stärker gewachsen sind als dies unsere Wirtschaftsforschungsinstitute prognostiziert haben, dabei netto über 50.000 neue Arbeitsplätze geschaffen haben und dies auch heuer wiederum so der Fall sein könnte, so ist klar, dass mit diesem überdurchschnittlich guten Wachstum auch eine entsprechende zusätzliche Zahl von Fachkräften notwendig ist. Angesichts der hervorragenden Leistungen unserer Betriebe jetzt zu argumentieren, diese hätten ihre Ausbildung vernachlässigt, ist unhaltbar und frivol."

Leitl schlägt konkret vor, alle inländischen Beschäftigungsmöglichkeiten gemeinsam mit dem AMS zu aktivieren und allen arbeitssuchenden Inländern die Chance zu geben, durch Zusatzqualifikation oder Ausbildungsergänzung die benötigten Fertigkeiten zu erwerben. Die österreichischen Betriebe werden alles tun, um diesbezüglich unterstützend zu wirken.

Dort aber, wo das AMS - das bekanntlich von den Sozialpartnern und der Regierung getragen wird - feststellt, dass die benötigte Qualifikation trotz bester Bemühungen in Österreich nicht zu finden ist, müssen Fachkräfte mit diesen dringend benötigten Qualifikationen zur Vermeidung von Wachstumshindernissen auch aus anderen Ländern zu uns kommen können.

Selbstverständlich muss darüber hinaus alles gemacht werden, was die Arbeitskräfte-Mobilität in Österreich fördert und was zusätzliche Anreize zur Ausbildung in Mangelberufen betrifft. "Konstruktive Ideen sind jetzt gefragt, keine billige Polemik. Und eine Regierung, die sich zu Wachstum und Vollbeschäftigung bekennt, kann die Augen vor einer Realität nicht verschließen, die ihr das Arbeitsmarktservice und das Wirtschaftsforschungsinstitut dieser Tage skizziert haben."

Leitl verweist auf die neueste Unternehmerumfrage durch market, wonach es zur Zeit einem Viertel der Betriebe an qualifizierten Fachkräften fehlt und bereits für zwei Drittel der Betriebe die Suche nach qualifizierten Arbeitskräften im Inland schwierig ist. Und er verweist auch auf das Regierungsprogramm, wo festgehalten ist, dass der Wegfall der Übergangsarrangements mit den neuen EU-Mitgliedsstaaten vorzubereiten ist: "Die unbeschränkte Öffnung des Arbeitsmarktes für neue EU-Bürger wird im Jahr 2009, spätestens 2011 erfolgen. Gerade vor diesem Hintergrund stellen die von Wirtschaftsminister Bartenstein vorgeschlagenen Erleichterungen für 800 Schweisser, Dreher und Fräser aus den neuen EU-Mitgliedstaaten eine wichtige Maßnahme dar." Zum häufig verwendeten Argument der "billigen Ostarbeitskräfte" stellt Leitl klar, dass selbstverständlich auch für ausländische Arbeitskräfte der Kollektivvertrag gilt. (RH)

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