Fachkräfte: FSG-Vorsitzender Haberzettl fordert rasche Qualifizierungsmaßnahmen

Minister Bartenstein säumig bei Einbeziehung der Sozialpartner im Sinne des Regierungsübereinkommens

Wien (FSG) - Es sei einigermaßen verwunderlich, dass Minister Bartenstein starrsinnig an der von ihm geplanten Verordnung festhalte, mit der 800 Schweißer, Dreher und Fräser aus Osteuropa nach Österreich importiert werden sollen, kritisierte FSG-Bundesvorsitzender Wilhelm Haberzettl Donnerstag in Wien. Bartenstein sei bisher nicht der im Regierungsübereinkommen festgelegten Verpflichtung zur Einbindung der Sozialpartner im Rahmen einer Arbeitsmarktprüfung nachgekommen - "und das ist wohl das Mindeste, was man von einem Arbeitsminister verlangen kann", sagte Haberzettl ++++

Als einer der Teilnehmer an den Koalitionsverhandlungen zum Thema Arbeitsmarkt erinnerte Haberzettl den Arbeitsminister an die konkrete Vereinbarung im Regierungsübereinkommen, wonach die Sozialpartner im Zusammenhang mit Fachkräften, deren Bedarf aus dem Inland nicht abgedeckt werden könnte, "im Rahmen einer Arbeitsmarktprüfung anzuhören (sind) um allfällige Begleitmaßnahmen vorzuschlagen." "Wir sind damals davon ausgegangen, dass nur bei einem wirklichen Notstand solche Fachkräfte aus dem Ausland hereingeholt werden sollen," sagte Haberzettl. Von einem solchen "Notstand" könne jedoch keine Rede sein, dies hätten sowohl der Vorstand des Arbeitsmarktservice, Herbert Buchinger, als auch WIFO-Chef Karl Aiginger mittlerweile klargestellt. Es müsse nun endlich zu seiner solchen Arbeitsmarktprüfung unter Beteiligung der Sozialpartner, sowie zu entsprechenden Begleitmaßnahmen kommen.

Der FSG-Vorsitzende forderte konkret zur Abdeckung des regionalen Fachkräftebedarfs im Bereich der Metallbranche zielgerichtete Qualifizierungsmaßnahmen, damit regionale Probleme rasch beseitigt werden könnten. Haberzettl: "Das wäre wesentlich vernünftiger, als mit dem Vorhaben des Imports von Arbeitskräften aus Osteuropa zu Dumping-Löhnen die österreichischen ArbeitnehmerInnen tagelang zu beunruhigen."

Im Übrigen wies Haberzettl darauf hin, dass die dringende Notwendigkeit bestehe, unter Beachtung der Zeitschiene für die Öffnung des Arbeitsmarktes notwendige Diskussionen über entsprechende Begleitmaßnahmen zwischen den Sozialpartnern und den politisch Verantwortlichen zu führen.

Abschließend gab der FSG-Vorsitzende der Hoffnung Ausdruck, dass die Fachkräfte-Diskussion bei der am Freitag beginnenden Regierungsklausur in Linz endlich einen positiven Abschluss im Interesse der österreichischen ArbeitnehmerInnen finden werde. (Schluss)

FSG, 1. März 2007 Nr. 23

Rückfragen & Kontakt:

FSG-Presse
Walter Kratzer,
Tel.: 0664/61 45 765

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGS0001