Öllinger: Bartenstein hat verabsäumt, für Facharbeiter zu sorgen

Grüne fordern aktive Ausbildungsinitiativen für Fachkräfte in Österreich

Wien (OTS) - "Es wirft kein gutes Licht auf die Politik der
letzten Jahre, wenn Minister Bartenstein jetzt plötzlich einen Facharbeitermangel entdeckt. Eine vorausschauende Arbeitsmarktpolitik muss in der Lage sein, mit Planung und Qualifikation für arbeitslose Menschen zu reagieren", meint der stv. Klubobmann und Sozialsprecher der Grünen, Karl Öllinger. "Mit der Behauptung, es gäbe einen Facharbeitermangel, disqualifiziert Minister Bartenstein vor allem seine Politik selbst", so Öllinger. Kein Problem hat Öllinger mit der Öffnung des Arbeitsmarktes für zusätzliche 800 Menschen aus den Erweiterungsländern. "Allein 2006 haben die Sozialpartner mehr als 4000 Menschen aus diesen Ländern den Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt ermöglicht. Die Aufregung über weitere 800 Menschen ist also sehr künstlich."

Wenn es wirklich zu wenig qualifizierte Facharbeitskräfte in der Metallbranche gebe, dann liegt eine Ursache auch an den Firmen selbst. Viele große Unternehmen bilden keine FacharbeiterInnen aus, sondern saugen im kurzfristigen Bedarfsfall jene Menschen auf, die in anderen, kleineren Betrieben, ausgebildet wurden. "Wenn also weder Blum-Bonus noch Lehrausbildungsprämie einen Fachkräftemangel verhindern können, dann müssen vor allem die Firmen mobiler werden und erfolgreiche Modelle wie etwa Ausbildungsverbünde oder einen überbetrieblichen Ausbildungsfonds umsetzen. Es kann jedenfalls nicht so sein, dass große Unternehmen keine Verantwortung für die Ausbildung übernehmen und im Fall von Auftragsspitzen nach dem Staat schreien", meint Öllinger.

Kein Problem hat Öllinger auch mit einer Mobilitätsprämie, aber "es sind nunmehr die Unternehmen an der Reihe, mehr Flexibilität zu zeigen und Verantwortung zu übernehmen. Immer nur den Mund aufreißen und die Hände nach zusätzlichen Förderungen aufhalten, ist unseriös."

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