Hundstorfer, Tumpel: Keine zusätzlichen Fachkräfte aus dem Ausland!

Statistik: Metaller und Schweißer werden praktisch nur von Arbeitskräfteüberlassern beim AMS verlangt und das oft gleich mehrfach

Wien (OTS) - Gegen das Hereinholen von Fachkräften aus dem Ausland und die vom Wirtschaftsminister angekündigte Teilgewerbe-Verordnung wenden sich ÖGB Präsident Rudolf Hundstorfer und AK Präsident Herbert Tumpel. Die durch die gute Baukonjunktur und den extrem warmen Winter bedingte leichte Entspannung auf dem Arbeitsmarkt dürfe jetzt nicht gefährdet werden, fordern AK und ÖGB. "Es kann doch nicht sein, dass alle Maßnahmen zur Bekämpfung der hohen Arbeitslosigkeit in Österreich unterlaufen werden, weil einige Arbeitskräfteüberlasser nach billigen Fachkräften aus dem Ausland rufen", sagen Tumpel und Hundstorfer. Hintergrund: Knapp 60 Prozent der beim Arbeitsmarktservice gemeldeten offenen Stellen bei Metallberufen kommen von Arbeitskräfteüberlassern, bei dem Schweißern sind es sogar fast 80 Prozent. Dazu kommt: Ein und dieselbe offene Stelle wird oft von mehreren konkurrierenden Arbeitskräfteüberlassern beim AMS nachgefragt. Die Folge: Auch dadurch ist der kolportierte Bedarf an Fachkräften aus dem Ausland überhöht. Hundstorfer und Tumpel: "Wir sind dagegen, dass auf Zuruf einiger Firmen, die keinen Cent in die Ausbildung investieren, die Übergangsfristen für den Arbeitsmarkt durchlöchert werden." Die AMS Daten vom Februar zeigen: 337.000 Menschen, darunter 11.000 Arbeit suchende FacharbeiterInnen mit Lehrabschluss in einem Metallberuf, warten auf eine faire Chance, um wieder auf dem Arbeitsmarkt Tritt zu fassen. "Diese Frauen und Männer müssen endlich gute Chancen bekommen", verlangen Hundstorfer und Tumpel. ÖGB und AK fordern daher von der Regierungsklausur Maßnahmen, die die Ausbildungsversäumnisse der vergangenen Jahre wettzumachen helfen.

337.000 Arbeitsuchende (inklusive SchulungsteilnehmerInnen) im Februar dieses Jahres sind zwar 33.763 Arbeitssuchende (oder 9,1 Prozent) weniger als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Aber: Diese leichte Entspannung ist Großteils auf die gute Baukonjunktur und den extrem milden Winter zurückzuführen. Und: Die Zahl der Arbeitsuchenden liegt immer noch um 34.800 Personen oder um 9,1 Prozent über dem Vergleichswert des Jahres 2000.

AK und ÖGB fordern, dass jeder Bedarf an zusätzlichen Fachkräften vorrangig mit gut qualifizierten Arbeitsuchenden gedeckt wird. Daher braucht es dringend es einen massiven Ausbau von Bildungsmaßnahmen durch das AMS und durch die Betriebe. Zusätzlich müssen die schulische Erstausbildung und die Erwachsenenbildung reformiert werden. Nur so können die Arbeitslosigkeit gesenkt und Österreich als innovativer Wirtschaftsstandort gesichert werden.

AK und ÖGB fordern
+ Echte und arbeitsmarktwirksame Qualifizierungsmaßnahmen für Arbeitsuchende.
+ Die Konzentration der Blum-Förderung auf die tatsächlichen Mangelberufe und Stopp des aktuellen Gießkannenprinzips, sowie Schaffung eines Lastenausgleich zwischen ausbildenden und nicht ausbildenden Betrieben.
+ Auch die Unternehmen müssen endlich ihre Verantwortung wahrnehmen und mehr in betriebliche Aus- und Weiterbildung investieren, sonst werden viele von ihnen auch den Anschluss an die Besten in Europa verlieren - diese investieren nämlich doppelt so viel in die Weiterbildung wie österreichische Betriebe.
+ Insbesondere sollen künftig auch die Arbeitskräfteüberlasser, die zu den Hauptnutznießern des Konjunkturhochs zählen, während der Stehzeiten endlich auch in die Weiterbildung ihrer Beschäftigten investieren, wie es der neue Kollektivvertrag vorsieht. Außerdem sollen die Überlasser verpflichtet werden, dem AMS zu melden, für welchen Betrieb sie einen Arbeitnehmer suchen.

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