Blecha bei SOS-Europa Konferenz in Berlin: Soziales Europa ist Existenzfrage!

Starke müssen für Schwache, Gesunde für Kranke und wechselseitig Generationen für Generationen da sein

Wien (SK) - Den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit, die Beseitigung der Armut, eine Stärkung des Sozialstaates insbesondere bei Gesundheit und Pflege, Solidarität der Generationen sowie umfassende Bildungs-, Forschungs- und Umweltinitiativen bezeichnete Karl Blecha in seiner Eigenschaft als Präsident der Europäischen Seniorenorganisation (ESO) heute in Berlin anlässlich der zweiten Konferenz der Kampagne "Save our social Europe" (SOS-Europe) als "existenziell". Blecha: "Wir wissen heute, dass das Leben der kommenden Generationen vom Erfolg dieser Offensiven und von der Durchsetzung dieser Zielsetzungen abhängen wird!" ****

Laut Blecha habe sich gegenüber dem Vorjahr die Situation in Europa nicht merkbar verbessert: "Das soziale Europa ist nach wie vor in Gefahr! Ein soziales Europa muss ein menschliches Europa sein und Menschlichkeit erzwingt Solidarität. Und Solidarität ist die einzige Alternative zur Ökonomisierung aller Lebensbereiche. Sie ist die unabdingbare Voraussetzung, dass Menschen im Alter, bei Krankheit, bei Pflegebedürftigkeit und bei Behinderung ein Leben in Würde und Selbstachtung führen können. Die Finanzierung der Krankenversicherung und der Alterssicherung hat mit der demographischen Verschiebung noch wenig zu tun, sehr wohl aber mit den ausfallenden Einnahmen und den steigenden Kosten, die Arbeitslosigkeit verursacht!", bekräftigte Blecha in seinem Referat vor Vertretern des europäischen Netzwerkes "SOLIDAR" (NGO's aus fast allen Ländern Europas).

"Und es ist nicht die Tatsache, dass wir älter werden, sondern es ist die ungleiche Verteilung der Wohlstandsgewinne, die unsere Sozialstaaten bedroht", so Blecha. Der jüngste Bericht der EU-Kommission, der am nächsten Montag in Brüssel vorgelegt werden wird, bestätige, dass die Arbeitslosigkeit in Europa noch nicht eingedämmt wurde und sich die Armut ausdehne. Blecha alarmierend:
"Die Kluft zwischen arm und reich wird größer, der Mittelstand bricht weg, 15 Prozent der EU-Bevölkerung leben in Armut, 36 Millionen sind zusätzlich armutsgefährdet." Demgegenüber stehen Prognosen, wonach in Europa die Produktivität um etwa 1,8 Prozent pro Jahr steigt. Das heißt, dass trotz steigender Lebenserwartung in den nächsten drei bis vier Jahrzehnten sich der Reichtum unseres Europas pro Kopf seiner Einwohner verdoppeln wird.

Blecha appellierte daran, "sich wieder darauf zu besinnen, dass Starke für Schwache, Gesunde für Kranke und wechselseitig Generationen für Generationen da sein müssen. "Nur so wird es in einem sozialen Europa Wohlstand für alle und nicht nur Reichtum für wenige geben!", so der ESO-Präsident abschließend. (Schluss) sl/mm

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