Familienbundpräsident LAbg. Mag. Gumpinger mahnt SPÖ Familiensprecherin Andrea Kuntzl und Angela Luger von der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten: Falsch zitieren ist kein politisches Kavaliersdelikt sondern populistische Diskussionsverweigerung

Linz (OTS) - Verschiedene Standpunkte müssen ausdiskutiert werden, das ist eine unumgängliche Voraussetzung um zu tragfähigen Lösungen für die österreichischen Familien zu kommen. Bloß falsch zu zitieren und darauf eine Polemik aufzubauen ist ein hoffentlich einmaliger Ausrutscher und trägt nur zur politischen Unkultur bei, appelliert heute der Präsident des Österreichischen Familienbundes, LAbg. Mag. Otto Gumpinger an beide Politikerinnen. Trotz heftiger Diskussion sollte zur sachlich korrekten Argumentation zurückgekehrt werden.

Angela Lueger hat in ihrer Presseaussendung vom 28.2.07 formuliert: "Gumpinger lehnt die Betreuung von Kleinkindern bis zum dritten Lebensjahr in öffentlichen Betreuungseinrichtungen ab..." Kein Wort in diese Richtung wurde je vom Familienbund gesagt. Im Gegenteil stand wörtlich in der diesbezüglichen Presseaussendung: "Es sei daher vor allem für das Kindeswohl wichtig, den Krippenausbau nicht an realitätsfernen EU - Kriterien zu orientieren sondern am tatsächlichen Bedarf."

SPÖ Familiensprecherin Andrea Kuntzl hat in ihrer Presseaussendung vom 27.2. weiters formuliert: "Der Familienbund übersehe, dass gerade in den ersten 3 Lebensjahren eines Kindes wesentliche Bausteine für den weiteren Bildungsverlauf gelegt werden." Wahr ist vielmehr, dass gerade deswegen der Familienbund dafür eintritt, dass die Familien durch gute Rahmenbedingungen besser noch als bisher in die Lage versetzt werden, diese wichtige Aufgabe selbst wahrzunehmen.

Bedauerlich ist auch, dass Andrea Kuntzl ohne sachlich zu argumentieren weiter meint, dass der Familienbund "ideologische Scheuklappen ablegen und den Eltern nicht unnötigerweise ein schlechtes Gewissen einreden" solle. Auch das ist überhaupt nicht der Fall. Der Familienbund vertritt lediglich die Auffassung, dass für die Betreuung von Babys und Kleinkindern bis zum dritten Lebensjahr Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen, die es den Familien erleichtern ihre Kinder bis zu diesem Alter selbst betreuen zu können und in jenen Fällen, wo dies nicht möglich ist Krippenplätze oder Tagesmütter zur Verfügung stehen sollen.

Das entspricht nämlich den tatsächlichen Wünschen der österreichischen Familien. Das zeigen sowohl Studien als auch Vollerhebungen bei den in Frage kommenden Familien und wird auch durch das tatsächliche Verhalten der österreichischen Familien, auch dort wo freie Krippenplätze zur Verfügung stehen, bestätigt.

Wenn Angela Lueger weiters anführt: "Jede zweite Frau schafft nach der Babypause den Widereinstig in das Berufsleben nicht..." fordere ich sie auf den Nachweis dafür zu liefern. Das ist eine massive Übertreibung obwohl es richtig ist, dass es oft nicht leicht ist wieder ins Berufsleben einzutreten. Deshalb führt der Familienbund dafür auch ein konkretes Förderungsprojekt durch bzw. ist es sehr sinnvoll noch mehr Teilzeitarbeitsplätze anzubieten, die einen etappenweisen Wiedereinstieg und generell die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern.

Es gibt wesentlich mehr Nachfrage an Teilzeitarbeitsplätzen als angeboten werden.

Weniger als 10% ist "unfreiwillige" Teilzeitarbeit, wobei ungefähr genau so viele Personen mit Betreuungsaufgaben, die einen Vollzeitarbeitarbeitplatz haben, eine Teilzeitarbeit annehmen würden, sie aber keine geeignete Teilzeitarbeit finden. Das sind die Realitäten mit denen die österreichischen Familien tagtäglich konfrontiert sind. Zumindest eine korrekte Diskussion darüber ohne Unterstellungen und maßlose Übertreibungen müsste doch in Österreich möglich sein, appelliert Gumpinger abschließend an die Fairness der SPÖ Frauen. Letztlich müssen beide politischen Lager zu einer gemeinsamen Linie, die ja durch das Koalitionsabkommen im Wesentlichen vorgegeben ist, kommen um tatsächlich Fortschritte für die österreichischen Familien zu erzielen. Einer Aushöhlung der direkten Familienförderung um nicht nachgefragte Betreuungsplätze im Baby- und Kleinkindbereich finanzieren zu können, kann der Familienbund nicht zustimmen

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