"Kleine Zeitung" Kommentar: "Windstoß an den Börsen reicht, und die Anleger fallen in Panik" (Von Hellfried Semler)

Ausgabe vom 01.03.2007

Graz (OTS) - Es ist ja nicht so wie mit einem Sparbuch: Wer sein Geld in Aktien investiert, braucht starke Nerven. Sichere Zinsen sind eine Utopie, die Kursentwicklung kann satte Gewinne ebenso wie saftige Verluste bewirken.

Das Kapital im Finanzmarkt anzulegen, kommt einer Wette gleich, von der sich der Investor einen einseitigen Verlauf erhofft, nämlich, ordentlich Gewinn zu machen. Dass es auch in die andere Richtung gehen kann und wird, verdrängen die Aktionäre gern.

Die Börsen haben schon einige Krisen überstanden. 1929-1932 die Weltwirtschaftskrise ("schwarzer Freitag"), den "schwarzen Montag" 1987, die Asien-Krise, die Russland-Krise, den Terroranschlag in New York am 9. September 2001, die U-Bahn-Bomben in London 2005 oder das Platzen der High-Tech-Blase zwischen 2000 und 2003. Damals rumpelten die Aktienkurse am Neuen Markt in Frankfurt um 93 Prozent nach unten. Dann gab es noch mehr als genug "Korrekturphasen". So umschreiben Börsianer kleine Abstürze wie jenen vom Dienstag. Grund zur Panik besteht nicht.

Die Börsen werden in den letzten Jahren von den spekulativen Erwartungen der Anleger getrieben. Was zählt, ist das schnelle Geld. Da genügt ein leichter Windstoß und das Werkl kommt ins Wanken. So war es auch zuletzt.

China gab dieses Mal den Anstoß zu den fallenden Kursen. Obwohl die Entwicklung im Land hervorragend abläuft, hat sie sich doch etwas abgeschwächt. Grund genug für Großanleger, aus dem chinesischen Markt auszusteigen. Die Aktienkurse purzelten dort wie nie in den letzten zehn Jahren, die Welle pflanzte sich rund um den Erdball fort, traf auf Europa und die USA. Auch Ängste regieren den Kapitalmarkt.

Etwa diese: Werden die Raketen des Iran zu einer Bedrohung des Westens, wie entwickelt sich die Lage im Irak und in Afghanistan? Unsicherheiten sind Gift für Aktien. Und noch ein Faktor spielte mit, aus Furcht vor weiteren Verlusten haben viele Aktionäre ihre Papiere auf den Markt geworfen und die Gewinne abkassiert.

Die Konjunktur legt in den kommenden Monaten zwischen zwei und drei Prozent zu, sagen die Wirtschaftsforscher. Die Unternehmen werden gute Bilanzen veröffentlichen, damit den Aktienhandel beleben. Da schaden Kurskorrekturen nicht viel, die es nach Ansicht der Börsenexperten bis zum Sommer geben wird. Wer da Aktien mit Gewinn verkauft, hat wieder Geld für neue Käufe und bringt Schwung in die Börsen, die im Grunde vom Auf und Ab der Aktienkurse leben.****

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