Wir gratulieren Runde Geburtstage im März

Wien (PK) - Im März feiern folgende (ehemalige) MandatarInnen runde Geburtstage:

der ehemalige Abgeordnete Josef BUCHNER (G, später OK) - 65. Geburtstag am 2. März,

der ehemalige Abgeordnete Heinz GÄRTNER (S) - 85. Geburtstag am 2. März,

die Abgeordnete Edeltraud LENTSCH (V) - 60. Geburtstag am 9. März,

die ehemalige Abgeordnete Freda MEISSNER-BLAU (G) - 80. Geburtstag am 11. März,

die ehemalige Bundesrätin und Abgeordnete Brunhilde FUCHS (S)- 60. Geburtstag am 17. März,

der ehemalige Bundesrat Franz FELDGRILL (V) - 90. Geburtstag am 18. März,

der ehemalige Abgeordnete DI Hans Georg FUCHS (V)- 75. Geburtstag am 21. März,

der ehemalige Abgeordnete Ernst FINK (V) - 65. Geburtstag am 23. März,

der ehemalige Bundesrat Ferdinand GSTÖTTNER (S) - 65. Geburtstag am 24. März,

der ehemalige Abgeordnete Herbert FUX (G) - 80. Geburtstag am 25. März,

die ehemalige Bundesrätin Gertrude PERL (S) - 70. Geburtstag am 26. März.

"Grüner März"

Nicht weniger als drei G-Mandatare der ersten Stunde feiern diesen Monat einen runden Geburtstag. Während Freda Meissner-Blau im Winter 1985/86 zur "Jeanne d'Arc" der Grünen avancierte und die neue Partei, die damals sogar die Listenbezeichnung "FMB" auswies, 1986 auch in den Nationalrat führte, gehörte Herbert Fux schon in den 70er Jahren zu den ersten Grünpolitikern des Landes. Und Josef Buchner sollte den Grünen in der Folge mehr als einmal Kopfzerbrechen bereiten.

Freda Meissner-Blau 80

Freda Meissner wurde am 11. März 1927 in Dresden geboren. Nach der Matura 1945 studierte sie einige Semester Medizin, Soziologie und später Psychologie, ehe sie 1961 freie Mitarbeiterin bei der UNESCO wurde. Ein Jahr später trat sie in die Dienste des Instituts für Höhere Studien, ehe sie 1968 für fünf Jahre nach Paris wechselte, wo sie für verschiedene Einrichtungen, u.a. für Nobel-Bozel, die UNESCO und das Institut für die Wissenschaft vom Menschen tätig war. 1973 kehrte die mit dem sozialistischen Politiker und seinerzeitigen AZ-Chefredakteur Paul Blau verheiratete Meissner nach Wien zurück und wurde Vertragsbedienstete des Wiener Magistrats, wo sie für die Wiener Internationale Gartenschau "WIG 74" verantwortlich war. 1975 schließlich avancierte sie zur Bildungsreferentin der ÖMV, wo sie 1980 in den Ruhestand ging, um sich fortan vor allem publizistisch zu betätigen.

Die Krise um den geplanten Kraftwerksbau in Hainburg entzweite Meissner-Blau mit ihrer Partei, vor allem ihr an Kraftausdrücken nicht armer Disput mit dem damaligen NÖ-Landesrat Ernst Brezovsky sorgte österreichweit für Schlagzeilen. Meissner-Blau machte zu Weihnachten 1984 die Aubesetzung mit und gründete mit anderen oppositionellen SP-Mitgliedern wie Günther Nenning ein eigenes Anti-Hainburg-Komitee, mit dem sie schnell ihren Bekanntheitsgrad zu steigern vermochte.

Im April 1986 trat Meissner-Blau bei den Bundespräsidentschaftswahlen an und erhielt 5,4 Prozent der Stimmen, was die entstehende Grünbewegung dazu ermunterte, auch bei den Nationalratswahlen im darauffolgenden November anzutreten. Die Grünen "Liste Freda Meissner-Blau" erhielten 4,8 Prozent der Stimmen und zogen mit acht Mandaten in den Nationalrat ein. Meissner-Blau avancierte zur Klubobfrau, und die Grünen sorgten von Anfang an für ein wenig andere Politik als bislang üblich. Schon bei der konstituierenden Sitzung hielten sie die Konzeptsbeamten auf Trab, als sie sich, formell noch nicht angelobt, schon zu einer Geschäftsordnungsdebatte zu Wort meldeten. Und auch die Hausführung für die italienischen Nebenerwerbsabgeordnete Ilona Staller vulgo "Cicciolina" sorgte für verunsicherte Mienen beim Ordnerdienst des Hohen Hauses.

Während Meissner-Blaus Amtszeit als Klubchefin kam es auch zur ersten Filibusterrede eines G-Mandatars, des ehemaligen Staatsanwaltes Walter Geyer, der aber ebenso wie Meissner-Blau selbst im Herbst 1988 überraschend aus dem Nationalrat ausschied.

Herbert Fux 80

Herbert Fux wurde am 25. März 1927 in Hallein geboren und besuchte nach der Matura in Salzburg das Mozarteum. Er erlernte den Beruf des Schauspielers und war danach auf zahlreichen Bühnen in Österreich und Deutschland engagiert, ehe er in den 50er Jahren auch für den Film entdeckt wurde. Nach anfänglichen Erfolgen in Streifen wie "Jedermann" (1961), "Romanze in Venedig" und "Mariandls Heimkehr" (beide 1962) verlegte sich Fux auf die Mitwirkung in jenen halbseidenen Filmchen, die Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre in deutschsprachigen Haushalten für frivole Unterhaltung sorgen wollten. Titel wie "Andrea, die kleine Nymphomanin" (1967) und "Willst Du ewig Jungfrau bleiben?" (1968) stehen für dutzende Werke gleichen oder ähnlichen Zuschnitts.

Dazwischen freilich konnte Fux auch im seriösen Fach immer wieder punkten und wirkte in Produktionen wie "Die Akte Odessa" (1974) mit. 1975 etablierte sich Fux erstmals als Volksschauspieler, kam er doch in der TV-Serie "Ein echter Wiener geht nicht unter" zu Besetzungsehren. Im Laufe der Jahre kamen tragende Rollen in Serien wie "Kaisermühlen Blues", und "Der Bergdoktor" hinzu. Auch im Kino reüssierte Fux nun in cineastischen Leckerbissen wie "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" (1975), Werner Herzogs "Woyzeck" (1979) und "Egon Schiele" (1981), und zuletzt spielte Fux an der Seite von Laetitia Casta, Roberto Benigni und Gerard Depardieu den "Überdrus" in "Asterix und Obelix" (1999).

In die Politik kam Fux bereits Mitte der 70er Jahre, als er vermehrt Kritik an der Salzburger Kommunalpolitik geübt hatte. Mit Johannes Voggenhuber u.a. schloss er sich zur Salzburger Bürgerliste zusammen und zog nach einem triumphalen Wahlerfolg 1977 in den Gemeinderat ein, wo er den Vorsitz im Kulturausschuss übernahm. Neun Jahre später zählte Fux zu den ersten acht G-Abgeordneten im Nationalrat, wo er sich ebenfalls in kulturellen Angelegenheiten einbrachte. Im Dezember 1988 musste Fux der damals noch üblichen Rotation Tribut zollen und zog sich aus dem Parlament zurück, um im November 1989 erneut für ein Jahr ins Hohe Haus einzuziehen.

Josef Buchner 65

Josef Buchner wurde am 2. März 1942 in Hagenberg geboren und trat nach der Matura in die VÖEST ein, ehe er im Steyregger Magistrat Leiter der Bau- und Wirtschaftsabteilung wurde. Die dortige Belastung der Atemluft nahm Buchner zum Anlass, eine Bürgerinitiative zu starten, mit der er 1979 sensationell in das Amt des Vizebürgermeisters einziehen konnte. 1983 versuchte er, aus seinem regionalen Projekt ein österreichweites zu machen und gründete die "Vereinten Grünen Österreichs" (VGÖ), mit der er bei den NR-Wahlen aber ebenso scheiterte wie die eher links angesiedelte zweite Grünfraktion unter dem Namen "Alternative Liste".

1986 versuchte man ergo, gemeinsam zu kandidieren, was unter dem Dach der "Liste Freda Meissner-Blau" auch geschah. Buchner war einer der acht Mandatare der Grünen, die 1986 als Abgeordnete angelobt wurden. Doch schon nach nur einem Jahr war die grüne Hausse vorbei und Buchner wurde im November 1987 nach harten Richtungskämpfen aus dem Klub ausgeschlossen. Er blieb bis zu den Wahlen 1990 "wilder Abgeordneter" und versuchte noch bis Mitte der 90er Jahre, mit seiner VGÖ doch noch politische Erfolge zu erzielen, doch blieben ihm diese versagt. Seine parlamentarischen Möglichkeiten waren nach dem Ausschluss stark eingeschränkt gewesen und beschränkten sich auf gelegentliche Wortmeldungen im Plenum. (Schluss)

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