NÖGKK: 1,6 Milliarden Euro für die Gesundheit

Defizit 2007 beträgt 61 Millionen Euro

St. Pölten (OTS) - 1,640 Milliarden Euro ist das Budget der NÖ Gebietskrankenkasse im Jahr 2007. Davon werden 1,583 Milliarden Euro für Gesundheitsleistungen ausgegeben. Das sind um 5,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Steigerung der Beitragseinnahmen wird mit 3,5 Prozent deutlich geringer sein. In der Generalversammlung am 28. Februar 2007 musste daher ein Defizit von 61 Millionen Euro veranschlagt werden.

Allein für jede der drei größten Positionen - nämlich ärztliche Hilfe, Heilmittel und Krankenanstalten - gibt die NÖGKK täglich jeweils mehr als eine Million Euro aus. "Dramatisch ist die Entwicklung der veranschlagten Ausgaben für Medikamente", betont NÖGKK-Obmann KR Gerhard Hutter: "mit 410 Millionen Euro sind diese Kosten heuer erstmals unser größter Ausgabenposten." Den explodierenden Heilmittelkosten steuert die NÖGKK bereits seit einigen Jahren mit einem Bündel an Maßnahmen entgegen. Im jüngsten Projekt gemeinsam mit der Ärztekammer soll der Arzt den Patienten zum richtigen Umgang mit Heilmitteln beraten.

Für die NÖGKK kommen neben dieser Entwicklung noch spezifische Strukturprobleme erschwerend hinzu. Ein im Bundesvergleich unterdurchschnittliches Lohn- und Gehaltsniveau und die Zunahme von atypischen Beschäftigungsverhältnissen tragen dazu bei, dass die Beitragseinnahmen pro Versicherten unter dem bundesweiten Durchschnitt liegen.

Mit Skepsis betrachtet Hutter die "Rezepte" im Regierungsprogramm gegen das Defizit. "Die Beitragssatzerhöhung von 0,15% ist zwar ein guter Ansatz. Jedoch werden erstens dadurch reiche Kassen mit hohen Beitragseinnahmen (z. B. Versicherungsanstalt der öffentlich Bediensteten oder der Gewerblichen Wirtschaft) noch reicher. Zweitens müssen wir ein Drittel der Einnahmen automatisch an die Krankenanstalten abliefern. Der NÖGKK verbleiben nach derzeitigen Hochrechnungen von dieser Erhöhung rund 12 Millionen Euro - das ist bei 61 Mio. Defizit nur ein Tropfen auf dem heißen Stein."

150 Millionen sollen die Kassen selbst einsparen. Hutter: "Bei der Verwaltung? Da sind wir mit 2,6 % der Leistungsausgaben schon konkurrenzlos niedrig." Personaleinsparungen würden nicht nur auf Kosten des Kundenservices gehen, sondern bedeuten weniger Kontrollen (Beitragsprüfung, Vertragspartner-Kontrolle) und Innovationen. Im Bereich der Schnittstellen zwischen Spital und niedergelassenen Ärzten ist NÖ mit der Gesundheitsplattform auf einem guten Weg, erste Einsparungen werden aber erst in einigen Jahren wirksam. Kein Thema sind für den NÖGKK-Obmann Leistungskürzungen. Stattdessen setzt er auf langjährige Forderungen wie "den vollständigen Rückersatz der Mehrwertsteuer z. B. bei Medikamenten sowie den vollen Ersatz für das Wochengeld vom Bund." Damit könnte man das Defizit 2007 deutlich verringern.

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