Pirker: Internationale Polizeiteams für mehr Sicherheit bei Europameisterschaft

Gewalttätige Fans gehören nicht auf den Fußballplatz

Brüssel, 28. Februar 2007 (ÖVP-PD) "Immer öfter enden Fußballspiele mit gewalttätigen Ausschreitungen. Der jüngste Vorfall in Sizilien, bei dem ein Polizist getötet wurde, zeigt, dass intensive Vorkehrungsmaßnahmen für die in Österreich und der Schweiz bevorstehende Europameisterschaft nötig sind. Gewalttätige Fußballfans gehören nicht auf den Fußballplatz", sagte heute, Mittwoch, ÖVP-Sicherheitssprecher Dr. Hubert Pirker nach der Annahme des Berichts zu 'Sicherheit bei Fußballspielen' im Innenausschuss des Europaparlaments. Künftig sollen nach dem Wunsch des EP polizeiliche Risiko-Informationsstellen und internationale Polizeiteams für mehr Sicherheit bei internationalen Spielen beitragen. ****

Bereits 2002 hatte der Rat beschlossen, in allen
Mitgliedstaaten eine 'Risiko-Informationsstelle' einzurichten, die die Polizeidienststellen anderer Mitgliedsstaaten vor wichtigen internationalen Spielen mit Risikoanalysen versorgen sollen. Die österreichische Regierung hat im Zuge der österreichischen Ratspräsidentschaft eine Initiative eingebracht, mit der der Informationsaustausch zwischen den Polizeidienststellen verbessert werden soll, um die von mitreisenden Fangruppen ausgehende Gefahr besser einschätzen zu können.

"Die österreichische Initiative stützt sich dabei auf die Erfahrungen, die insbesondere während der letzten Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland mit diesen Risiko-Informationsstellen gemacht wurden. Im Kern geht es darum, dass der Informationsaustausch zwischen den Informationsstellen
automatisiert und ausgeweitet wird. Polizeikräfte sollen die Möglichkeit bekommen, operativ zusammen zu arbeiten und Spezialteams für Großveranstaltungen, wie die Europameisterschaft, zu bilden", so Pirker.

Eine solche intensivierte Zusammenarbeit sei dringend geboten, denn randalierende, prügelnde Fans und Hooligans sorgten in den letzten Jahrzehnten immer wieder für Verletzte und Tote: Im Mai 1985 starben im Brüsseler Heyselstadion 39 Fans des italienischen Vereins Juventus Turin, nachdem Liverpool-Anhänger sie in die Enge getrieben hatten und eine Stadionmauer einstürzte. Bei der Fußballweltmeisterschaft 1998 prügelte eine Gruppe deutscher Hooligans den französischen Gendarm Daniel Nivel ins Koma, aus dem er erst nach sechs Wochen wieder aufwachte. Nivel ist seitdem Invalide und leidet bis heute unter den Folgen des Angriffs. Im November 2006 wurde ein Anhänger des Pariser Klubs Saint-Germain von einem Polizisten getötet, der Fans des israelischen Vereins Hapoel Tel Aviv vor rassistischen Übergriffen hatte schützen wollen. Fußballspiele ohne Zuschauer, wie sie dieses Wochenende in fünf italienschen Stadien stattfinden sollen, sind für Pirker dennoch kaum vorstellbar. "Entweder finden die Spiele mit Publikum statt, oder sie finden gar nicht statt. Der Fußball muss vor seinem Fanpublikum weiterrollen, aber mit mehr Sicherheit und unter komplettem Gewaltverzicht", sagte Pirker abschließend.

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