Grüne NÖ: Bio fehlt am Speiseplan in NÖ PensionistInnenheimen und Spitälern

Krismer: Sobotka, Bohuslav und Kadenbach sparen Gesunde Ernährung kaputt

St. Pölten (Grüne) - Wie aus einer parlamentarischen Anfragenbeantwortung hervorgeht, kommt die Landesregierung dem Auftrag des Landtages seit 2001 nicht nach: 25 Prozent Bio-Anteil soll es in Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung (Spitäler, Heime und andere Landeseinrichtungen) geben. Tatsächlich waren es nicht einmal 15 Prozent Bioanteil im Jahr 2005 in den NÖ Spitälern. Die Grüne Gesundheitssprecherin LAbg. Dr. Helga Krismer verfügt über neueste Informationen aus den LandespensionistInnenheimen (LPPH). Küchenchefs müssen mit knappen Budgets einkaufen und Personal soll reduziert werden. Im LPPH Grimmenstein liegt der Bioanteil überhaupt bei null. Die vereinzelt engagierten Küchenchefs scheitern am leeren Haushaltsbudget. Gerade ältere Menschen brauchen gesunde, schadstofffreie Ernährung. "Auf Kosten der PatientInnen darf in Gesundheitseinrichtungen nicht gespart werden", ist Krismer fassungslos ob der Haltung der verantwortlichen Regierungsmitglieder gegenüber den PatientInnen und der Ignoranz eines Landtagbeschlusses.

Aus der Branche ist bekannt, dass bei Umstellung der weißen Palette (Milch und Milchprodukte) auf Bio auf einem Schlag ein Bio-Anteil von 10-13 Prozent erreicht wird. Alleine der Posten Bio-Trockenpalette (Teigwaren usw.) würden bereits 25 Prozent Bioanteil erzielen. Von den rund 20.000 Biobetrieben österreichweit wirtschaften immerhin 2.200 Bio-Rinderbetriebe in NÖ, bei denen eingekauft werden könnte. Wenn überhaupt Bio eingekauft wird, dann die weiße Palette. "Eindeutige Feigenblattpolitik von LR Sobotka", vermisst Krismer Akzente der roten GesundheitslandesrätInnen.

Die Landesregierung in NÖ hat wie kein anderes Bundesland die Chance, als Einkäuferin den Markt zu beeinflussen: fast alle Spitäler und alle großen, öffentlichen PensionistInnenheime befinden sich in Landeshand. Beispiele um die Größenordnung zu erahnen: Das Spital St. Pölten kauft im Jahr um ca. 1,5 Mio Euro Lebensmittel ein, das Thermenklinikum Baden/Mödling um rund 1 Mio Euro und das Ostarrichiklinikum Amstetten/Mauer um 1,3 Mio Euro. "Bei einem Bio-Anteil von 25 Prozent wäre eine immense ökologische Wertschöpfung möglich", fordert Krismer die Landesregierung erneut zur Umsetzung des Landtagsbeschlusses auf und fordert mehr: "Es braucht für die Einrichtungen bzw. für den Servicebereich "Einkauf" der NÖ Landeskliniken-Holding ganz klare Beschaffungsvorgaben. Die Bio-Anteil der einzelnen Lebensmittelgruppen sind vor zu schreiben und ein Controlling bzw. eine Evaluierung ist mittels neuer Software möglich."

Bei zentralen Ausschreibungen gibt es aufgrund der Abnahmemenge kaum mehr Unterschiede, wie bei Rindfleisch oder saisonalem Gemüse jetzt schon kaum. Auch bei Teigwaren ist die Spanne maximal 10 Prozent. Die politische Entscheidung hat der Landtag bereits getroffen: 25 Prozent Bioanteil kann nicht preisgleich zu 0 Prozent Bioanteil sein. Natürlich wird das "Haushaltsgeld" aufgestockt werden müssen. Zum Wohle der PatientInnen und der ökologischen Wirtschaftsweise mit der Natur war das die richtige Entscheidung, ist Krismer überzeugt.

Krismer: "25 Prozent Bio-Anteil ist ein Mehrwert für Niederösterreich und ist moderne, integrierte Gesundheitsvorsorge. Dies insbesondere wegen der Belieferung z.B. von Essen auf Rädern, Tagesheimstätten und Kinderbetreuungseinrichtungen, Lebenshilfe und MitarbeiterInnen von Trägerorganisationen wie dem Roten Kreuz und nicht zuletzt wegen Tausender MitarbeiterInnen in den landeseigenen Einrichtungen selber".

Rückfragen & Kontakt:

Presse - Grüner Klub im NÖ Landtag +432742/9005-16703 - landtag@gruene.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GRN0001