ÖGB-Leutner: Fachkräftebedarf mit heimischem Personal decken

Zur Verfügung stehendes Instrumentarium reicht vollkommen aus

Wien (ÖGB) - "Der angebliche Fachkräftemangel ist eine reine Fiktion, und der Bedarf an Fachkräften kann mit dem bereits zur Verfügung stehenden Instrumentarium vollkommen abgedeckt werden. Es muss nur auch angewandt werden", sieht der Leitende Sekretär des ÖGB, Dr. Richard Leutner, in der derzeitigen Diskussion vor allem einen taktischen Versuch seitens der Wirtschaft, das bestehende Arbeitskräfteüberangebot langfristig abzusichern um das Lohnniveau drücken zu können.++++

Den rund 84.600 Arbeitslosen mit Lehrabschluss und Meisterprüfung im Jahre 2006 standen nur wenige Tausend gemeldete offene Stellen gegenüber. Für die rund 18.500 Lehrstellensuchenden im Jänner 2007 gab es lediglich knapp 3.000 gemeldete offene Lehrstellen. Leutner:
"Wer angesichts dieser Zahlen von einem Mangel spricht hat was anderes im Sinne. Daher könnte es auch für die Wirtschaft fatal, sein den Fachkräftebedarf mit ausländischen Arbeitskräften zu decken."

Notwendig ist allerdings, dass die Qualifizierungsmaßnahmen für arbeitslose Fachkräfte erhöht und zusätzlich in die Weiterbildung investiert werde. Leutner: "Sich bei der Lehrausbildung zurückhalten und bei der betrieblichen Weiterbildung die Hände in den Schoß legen kann es wohl nicht sein. Gerade hier ist auch die Wirtschaft gefragt."

Auch die angebliche fehlende Mobilitätsbereitschaft der österreichischen ArbeitnehmerInnen ist eher eine unbewiesene Behauptung als Tatsache. Leutner: "Laut einer Erhebung von Eurostat sind die ArbeitnehmerInnen in Österreich mobiler als im europäischen Schnitt."

Sollte es trotzdem bei einem einzelnen Unternehmen zu Problemen kommen, so der Leitende Sekretär des ÖGB, sehe das Ausländerbeschäftigungsgesetz jetzt schon Sonderbewilligungen vor. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass der Regionalbeirat im AMS vor Ort die Erteilung einhellig befürwortet. Leutner: "Das Instrumentarium steht zur Verfügung. Wir brauchen keine zusätzlichen Instrumente."(ff)

ÖGB, 28. Februar 2007 Nr. 143

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