GPA-DJP Dwora Stein: "Fachkräfte - worin besteht der Mangel?"

Investitionen in Aus- und Weiterbildung notwendig

Wien (GPA-DJP/ÖGB) - "Angesichts von 350.000 Arbeitslosen in Österreich ist die Forderung nach einem 'Import' von Fachkräften aus Osteuropa mehr als problematisch", stellt Dwora Stein, Bundesgeschäftsführerin der GPA-DJP, fest. "Der aktuelle Bedarf ließe sich durch gezielte Bildungsmaßnahmen abdecken. Mittelfristig werden neue Konzepte und Investitionen in die Lehrlingsausbildung notwendig sein", so Stein. ++++

"Unter den 350.000 Arbeitslosen gibt es Tausende mit einer abgeschlossenen Facharbeiterausbildung. Eine Nachschulung für den aktuellen Bedarf müsste, wenn alle Beteiligten - also die Sozialpartner, das AMS und der zuständige Minister - guten Willens sind, leicht möglich sein. Das AMS muss seine Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen stärker am Bedarf der Wirtschaft ausrichten", meint Stein.

Sollte es wirklich in einigen wenigen Bereichen einen Mangel an qualifizierten Arbeitskräften geben, dann ist das darauf zurückzuführen, dass sich viele Betriebe konsequent weigern, in Aus-und Weiterbildung zu investieren. Diese Betriebe kritisieren einen Zustand, den sie selbst herbeiführen. Seit dem Jahr 1980 ist die Zahl der Lehrlinge von 200.000 auf 126.000 gesunken. Dahinter steht eine kurzsichtige Strategie, die offensichtlich darauf setzt, dass andere in Österreich oder in Osteuropa schon für Nachschub sorgen werden.

"Es gibt genügend Konzepte, wie der Nachwuchs von Fachkräften in Österreich mittel- und langfristig gesichert werden kann. Sie müssen nur umgesetzt werden. Darüber hinaus reichen einfache Fördermodelle wie der Blum-Bonus nicht mehr aus. Es geht vielmehr um einen Lastenausgleich zwischen ausbildenden und nicht ausbildenden Betrieben", meint Stein.

"Auch der Vorwurf der Ausländerfeindlichkeit gegenüber jenen, die auf all diese Probleme hinweisen, geht ins Leere. Unter den 300.000 Arbeitssuchenden sind viele MigrantInnen der 1. und 2. Generation. Ihnen muss die österreichische Wirtschaft eine Zukunft ermöglichen, statt Fachkräfte aus anderen Ländern abzuwerben, die dann dort fehlen", so Stein abschließend.

ÖGB, 28. Februar 2007
Nr. 142

Rückfragen & Kontakt:

GPA-DJP
Dr. Barbara Lavaud
Tel.: 05 0301-21533
Mobil: 05 0301-61533
E-Mail: barbara.lavaud@gpa-djp.at
http://www.gpa-djp.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0002