Neues Volksblatt: "Demaskierend" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 27. Februar 2007

Linz (OTS) - Der Kanzler-, der Finanz- und der Wirtschaftsminister würden das Land zu Grunde richten, wetterte der Oppositionsführer. Nein, das war nicht Alfred Gusenbauer zur Zeit von schwarz-blau in Österreich. Obwohl: Geklungen hat die rote Kritik an der Regierungspolitik ganz ähnlich. Da gab es den vermeintlichen "Pensionsraub", der heute im Regierunsprogramm als "eines der besten Pensionssysteme der Welt" firmiert.
Beim Oppositionsführer handelt es sich um den Ungarn Viktor Orban, und geschimpft hat er vor wenigen Tagen über den sozialistischen Premierminister Ferenc Gyurcsany. Der erlangte Berühmtheit, weil er nach der Wahl im Herbst zugab, die Bürger über den wahren Reformbedarf im Land belogen zu haben. Radikale Einschnitte waren und sind die Folge. Als Oppositionsführer hätte Gusenbauer noch vor ein paar Monaten die Regierung daheim für solche Maßnahmen wortreich gegeißelt. Als Kanzler indes redete er beim Parteitag der ungarischen Sozialisten von sozialer Fairness und fand für Parteifreund Gyurcsany lobende Worte.
So ein Freundschaftsbesuch kann ziemlich demaskierend sein.

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