"KURIER"-Kommentar von Simon Kravagna: "Luxusvariante"

Die Sparefroh-Gesinnung der ÖVP beim Umbau des Parlaments ist fehl am Platz.

Wien (OTS) - Es muss ja nicht die Luxusvariante sein", sagt der Zweite Nationalratspräsident Michael Spindelegger (ÖVP) zum geplanten Umbau des Parlaments.
Da wird niemand widersprechen. Nur: Eine Vergoldung des Hohen Hauses samt Ausschmückung mit edlem Elfenbein ist nicht geplant. Was ansteht, ist der längst fällige Umbau jenes historischen Gebäudes, das die österreichische Demokratie repräsentiert. Und dieses Projekt wird wohl erlaubt sein, wenn Abgeordneten der Sessel (Original 50er Jahre) zusammenbricht, die Besuchergalerie nur schwindelfrei begehbar ist und das Plenum den trostlosen
Flair eines Zentral-Komitees vermittelt.
Natürlich, es ginge auch ganz anders. Den Deutschen etwa war eine simple Sanierung des Reichstagsgebäudes nach der Wiedervereinigung zu mickrig. Statt dessen wurde der britische Stararchitekt Sir Norman Foster beauftragt, der mit seinem Kuppelbau den Deutschen Bundestag zum Publikumsmagneten machte.

In Österreich wird von seiten der ÖVP aber lieber darum gestritten, ob der anstehende Parlaments-Umbau drei, vier oder fünf Millionen Euro billiger kommen könnte. Wo bitte, war diese Spare-Froh-Gesinnung bei der Anschaffung der zwei Milliarden teuren Eurofighter?

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