Bures: Wichtigstes Ziel ist Bekämpfung der Frauenarmut

Wir brauchen beides - flexibilisiertes Kindergeld und Ausbau der Betreuungseinrichtungen

Wien (SK) - Die "Bekämpfung der Frauenarmut" ist für Doris Bures das allerwichtigste Ziel, betonte die Frauenministerin im "dieStandard"-Chat am Montag. Bures nannte etwa die Anhebung der Mindestpensionen auf 726 Euro, von der 150.000 Frauen profitieren. "Vom vereinbarten Generalkollektivertrag mit 1.000 Euro Mindestlohn werden auch vor allem Frauen profitieren", betonte Bures. Als "Gebot der Stunde" sieht Bures den Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen und die im Koalitionsabkommen festgelegte Flexibilisierung des Kindergeldes ist als "wesentlicher erster Schritt" zu sehen. ****

Viele Anfragen drehten sich um die Flexibilisierung des Kindergeldes und den Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen. Mit der Flexibilisierung des Kindergeldes, könne es gelingen, auch Väter für die Betreuung ihrer Kinder zu gewinnen. "Es ist ganz wichtig auch Väter dazu zu gewinnen, sich der Betreuung ihrer Kinder anzunehmen", betonte Bures. "Ich sehe das als ersten Schritt und jedenfalls eine wesentliche Verbesserung zum Kindergeld alt. In Zukunft würde ich mir wünschen, noch mehr flexible Varianten anzubieten."

Ein Entweder-Oder kann es für Bures in der Frage Flexibilisierung des Kindergeldes und Ausbau der Betreuungseinrichtungen nicht geben: "Wir brauchen beides. All jene Länder, die beides haben, haben eine höhere Frauenerwerbsquote und eine höhere Geburtenrate." Bures ist überzeugt, dass die Neugestaltung des Kindergeldes dazu führen wird, dass Frauen der Wiedereinstieg in den Job erleichtert wird ohne, dass sie bei früherem Berufseinstieg das Geld verlieren. "Aber wichtigste Voraussetzung für Vereinbarkeit von Beruf und Familie, sind ausreichende Betreuungseinrichtungen mit bedarfsorientierten Öffnungszeiten", sagte Bures. "Vor allem für Kinder bis zum dritten Lebensjahr und zwischen dem sechsten und neunten Lebensjahr brauchen wir mehr Betreuungsplätze." Auch Betriebskindergärten leisten dazu einen wichtigen Beitrag. Sinnvoll wäre es auch, bei der Wirtschaftsförderung den Aspekt der Familienfreundlichkeit als Kriterium heranzuziehen.

Die dringend notwendige Erhöhung der Frauenerwerbsquote soll durch bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie umgesetzt werden. Dies wird erreicht durch mehr Kinderbetreuungseinrichtungen, flexibles Kindergeld, aktive Arbeitsmarktpolitik für Frauen und Unterstützung beim Wiedereinstieg nach der Babypause. "Darüber hinaus sind alle bildungspolitischen Maßnahmen wie Qualifizierung, Umschulung, Fortbildung wichtig. Es erfordert also ein Bündel an Maßnahmen, die aber in Angriff genommen werden müssen."

"Ich habe den Eindruck, dass meine Vorgängerin sich leider nicht den Problemen und Anliegen und sich mit der realen Lebenssituation der meisten Frauen wirklich auseinander gesetzt hat", sagte Bures. Daher seien Frauen in den letzten Jahren "von einer unfairen und unsozialen Politik am stärksten betroffen" gewesen.

Die Vorgangsweise von radikalen Abtreibungsgegnern hält Bures "für psychische Gewalt gegen Frauen, die sich in einer schwierigen Situation befinden. Es kann nicht sein, dass Frauen unter Druck gesetzt werden, wenn sie in einem Ambulatorium Hilfe suchen." Frauen müssten vor diesen radikalen Abtreibungsgegnern geschützt werden. "Gesetzliche Änderungen dafür sind unter Wahrung der Demonstrations-und Meinungsfreiheit wahrscheinlich notwendig", meinte Bures.

Weiters wünscht sich Bures mehr Information über mögliche Verhütungsmethoden auch schon bei jungen Mädchen. "Wahrscheinlich wissen viel zu wenige, welche Möglichkeiten es gibt, und dass es die Pille danach gibt." Schließlich betonte Bures, sie sei für die eingetragenen Partnerschaften von lesbischen Frauen und schwulen Männern und dass sie glaube, dass Fraueneinrichtungen mehr finanzielle Sicherheit brauchen. "Längerfristige Verträge führen dazu. Daher werde ich auf mehrjährige Verträge umstellen." (Schluss) up

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