OÖGKK-Obmann Alois Stöger: Vorschlag zum Regierungsprogramm 50 Rezeptgebühren sind genug!

Linz (OTS) - Im Regierungsprogramm von SPÖ und ÖVP ist eine Begrenzung der Rezeptgebühren auf zwei Prozent des Nettoeinkommens vereinbart worden. Diese Regelung soll eine Entlastung der sozial schwachen und chronisch kranken Patienten bringen. In der Praxis hat sie aber einen Haken: sie wäre teuer zu administrieren. OÖGKK-Obmann Alois Stöger schlägt daher vor, eine generelle Begrenzung mit 50 Rezeptgebühren - das sind derzeit 235 Euro - pro Jahr fest zu legen.

Der Gedanke im Regierungsprogramm klingt bestechend und entspricht auch der sozialen Fairness: die maximale Belastung durch die Rezeptgebühr soll sich nach der finanziellen Belastbarkeit richten. Das Problem: die Krankenkassen verfügen zwar selbstverständlich über alle einkommensbezogenen Daten. Der hohe Automatisierungs¬grad in der elektronischen Beitragsabrechnung mit den Unternehmen führt aber dazu, dass die genauen Beitragsdaten den einzelnen Versicherten erst am Jahresende zuge¬ordnet werden.

Eine tagesaktuelle Zuordnung von Einkommensdaten zum einzelnen Versicherten ist technisch möglich, würde aber enormen EDV-Aufwand verursachen - schließlich geht es jährlich um Millionen Änderungsmeldungen bei Dienstgeberwechsel, Vorrückungen, Gehaltserhöhungen, Bonus-Zahlungen und so weiter. Ungeklärt wäre die Frage der Lohnsteuer, die ja ebenfalls für eine Nettoeinkommensberechnung erforderlich ist.
Die technische Umsetzung bedeutet also einen erheblichen Verwaltungsaufwand, der den Krankenkassen bei den Versicherungsleistungen fehlen würde.

Experten der OÖGKK haben analysiert, welche Menschen derzeit mehr als 50 Rezept¬gebühren pro Jahr zu zahlen haben. Betroffen sind derzeit rund 30.000 Patienten oder 2,6 Prozent der 1,15 Millionen OÖGKK-Versicherten. 80 Prozent der betroffenen Patienten sind älter als 60 Jahre. "Wir wissen, dass gerade in dieser Gruppe der chronisch und mehrfach Kranken nur sehr wenige Personen enthalten sind, die über ein mittleres oder höheres Einkommen verfügen. Der enorme EDV-und Verwaltungsauf¬wand für eine einkommensbezogene Berechnung würde letztlich also wegen einer ganz kleinen Versichertengruppe betrieben," fasst OÖGKK-Obmann Alois Stöger die Analyse zusammen.

Der Vorschlag der OÖGKK beruht auf folgender Berechnung: bei einem Monats-Netto¬einkommen von 1.000 Euro ergibt die Zwei-Prozent Grenze auf 12 Monate gerechnet 240 Euro maximale Belastung. Das entspricht rund 51-mal der Rezeptgebühr von der¬zeit 4,70 Euro. Abgerundet also 50 Rezeptgebühren pro Jahr. Ein Wert, den sich auch jeder merken kann.

OÖGKK-Obmann Stöger geht von einer positiven Aufnahme durch die Politik aus: "250 Euro Jahresbelastung durch Rezeptgebühren sind ein Wert, den sich auch die ÖVP in den Verhandlungen vorstellen konnte. Unser Vorschlag ist praktisch kostenlos in der Administration, sofort umsetzbar, für alle Patienten nachvollziehbar und sozial fair."

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