Grüne fordern Grundsicherung für Jugendliche

Zwerschitz: Auch in Österreich immer mehr Jugendliche in der Armutsfalle

Wien (OTS) - Nach der jüngsten Studie der EU-Kommission ist jeder fünfte Jugendliche in Europa von Armut bedroht. "Auch in Österreich landen immer mehr Jugendliche in der Armutsfalle", erläutert die Jugendsprecherin der Grünen, Barbara Zwerschitz. Primärer Grund ist dabei das Zusammenspiel von finanziell schwachen Eltern und einer schlechten oder nicht abgeschlossenen Ausbildung. Sie forderte die Einrichtung einer Grundsicherung auch für Kinder und Jugendliche. "Auch Kinder und Jugendliche sind sozial zumindest mit dem Existenzminimum abzusichern. Für Kinder bis 14 ist ein Mindestbetrag von Euro 254,40 (12 Mal; das sind 30% der Armutsgefährdungsschwelle) vorzusehen, Jugendliche sollen Anspruch wie Erwachsene haben", erklärte Zwerschitz. Weiters brauche es die Möglichkeit, den Schulabschluss gratis nachholen zu können und eine bessere Ausstattung des AMS im Bereich Jugendarbeit.

"Wer unseren enormen Markt für Nachhilfestunden kennt, die wenigen Fördermöglichkeiten durch LehrerInnen in der Schule und die in Summe großen finanziellen Aufwendungen für Sprachwochen, Laptop, Werkmaterial etc., muss sich nicht wundern, dass Jugendliche aus finanzielle schwachen Familien Nachteile haben", so Zwerschitz. Dazu komme die schlechte Situation im Bereich der Kinderbetreuung. Gerade mal 13 % Kinderbetreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren bringen kaum Möglichkeiten durch Berufstätigkeit das Familieneinkommen zu verbessern. Viele verlieren in dieser Zeit den beruflichen Anschluss, das büßen vor allem auch die Kinder.

Sind die Kinder dann alt genug, um selber einen Beruf zu ergreifen, sind sie oft schon lange mit Armut konfrontiert. Schlechte Ausgangspositionen (kein Schulabschluss, zu wenig Lehrstellen, wenig Motivation von Zuhause..) bedingen wenig Möglichkeiten den Übertritt von Schule zum Berufsleben zu schaffen. Es fehlt an sanften Einstiegen ins Berufsleben, Begleitung beim Berufseinstieg, ausreichend Beratungs- und Hilfskräften, erklärte Zwerschitz.

Zwerschitz beklagt vor allem auch die fehlenden speziellen Maßnahmen beim AMS und die Sparpolitik, die uns in der Folge viel kostet: "Das Verhältnis zwischen BetreuerInnen des AMS in der Neubaugasse (nur für junge Menschen bis 21 Jahren zuständig) und Jugendlichen erlaubt kaum Zeit für die Einzelnen. Die BetreuerInnen leisten gewaltiges und sind oft Vertrauenspersonen. Hier geht es nicht um Jobvermittlung alleine, sondern auch um Lebensberatung. Auch das könnte helfen die Erbfolge bei der Armut zu durchbrechen!", schließt Zwerschitz.

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