Weinzinger: Das Frauenbild von Bischof Laun entstammt dem Mittelalter

Kritik an Launs Äußerungen zur Kinderbetreuung

Wien (OTS) - "Die Äußerungen des Kirchenmannes Laun klingen wie Reden aus dem Mittelalter. Der Herr Bischof spricht Frauen jedes Recht auf ökonomische Unabhängigkeit ab, wenn sie Kinder haben. Er tut so, als würden Frauen gezwungen werden arbeiten zu gehen, und er spricht ihnen jede eigene Entscheidungsfähigkeit ab", kritisiert Brigid Weinzinger, Frauensprecherin der Grünen, die Aussagen von Bischof Laun in der Zeitung Österreich

Indirekt erklärt Laun jede Frau, die sich nicht ausschließlich ihrem Kind widmet, zu einer Rabenmutter und unterstellt ihr verwerfliche Vorgangsweisen. "Dass ausgerechnet die Kirche, die in den obersten Etagen ein reiner Männerbetrieb ist und allein deshalb keine Kinderbetreuungsplätze braucht, glaubt, hier eine ‚kompetente’ Meinung abgeben zu können, ist schon erstaunlich", so Weinzinger. "Geradezu klischeehaft typisch an den Aussagen Launs ist, dass ihm nicht eine Sekunde lang der Gedanke kommt, dass Kinderbetreuung auch Aufgabe der Väter und nicht nur der Mütter ist", erläutert Weinzinger.

"Zudem diffamiert er pauschal einen gesamten Berufsstand, wenn Laun meint, dass ‚der beste Profi nicht irgend eine Frau, die irgendeine Ausbildung hat, sondern die Mutter sei’. Dass es sich bei den BetreuerInnen um fachlich einwandfrei ausgebildete PädagogInnen handelt, ignoriert er völlig", so Weinzinger.

Eine glatte Absage erteilen die Grünen der Forderung Launs an einem Müttergehalt. "Das trägt nur dazu bei, alte Rollenklischees weiter festzuschreiben", kritisiert Weinzinger und fordert einmal mehr eine zeitgemäße Reform hin zu einem einkommensabhängigen Karenzgeld und den Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen.

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