Wiener Zeitung: Andreas Unterbergers Tagebuch

Globales Fieber

Wien (OTS) - Wir haben uns daran gewöhnt: Alle paar Jahre wird mit großem Lärm eine Umweltkatastrophe durchs globale Dorf getrieben. Und ebenso regelmäßig stellt sich später die Aufregung als übertrieben heraus. Erinnern wir uns an das Ende der Ölvorräte, das der Club of Rome für die Jahrtausendwende prophezeit hat - heute reicht das Öl schon bis zur nächsten Jahrhundertwende. Erinnern wir uns an das Waldsterben - heute gibt es mehr Wald denn je.

Nun heißt die große Aufregung: globale Erwärmung. Und die Welt ist sich (fast) sicher, dass diese vom Menschen (mit-)verursacht ist. Dennoch seien rasch ketzerische Fragen gestellt, bevor man für solche verbrannt wird: Ist es nicht relativ logisch, dass es Klima-Auswirkungen hat, wenn sechs Milliarden Menschen auf der Welt leben statt einer? Wie schlimm wäre es wirklich, wenn im Norden - wo die Erde die größte Landmasse hat - Permafrost-Böden landwirtschaftlich genutzt werden könnten? Ist die Welt untergegangen, als vor 300 Jahren in einer ähnlichen Wärmezeit ganz Grönland eisfrei war? Ist eine CO2-Reduktion auf das Niveau des 19. Jahrhunderts überhaupt ohne totalitäre Polizeistaats-Methoden weltweit durchzusetzen?
Aber auch wenn das Kyoto-Ziel einer 5-prozentigen CO2-Reduktion akzeptiert wird, bleiben Fragen: Warum hat sich die EU gleich ein 8-prozentiges Ziel gesetzt? Und warum hat sich Österreich als doppelter Vorzugsschüler gar auf 13 Prozent verpflichtet? Ironie der Geschichte: Der damals dafür zuständig gewesene Umweltminister Bartenstein muss jetzt als Wirtschafts- und Arbeitsminister die arbeitsplatzvernichtende Suppe auslöffeln, will Österreich keine Milliarden-Strafe zahlen.

Warum gilt es als Umweltschutz-Erfolg, dass Österreich CO2-abgebende Gaskraftwerke an Stelle von CO2-neutralen Atomkraftwerken gebaut hat? Viele Länder bauen ja jetzt wieder AKW.

Was soll der grüne Protest gegen CO2-Reduktionen in Drittländern? Wenn um das gleiche Geld anderswo dreimal mehr CO2 abgebaut werden kann als bei uns (wo der Umweltschutz ja schon weit gediehen ist), dann ist das doch klug!

Und warum wird an Stelle der unverlässlichen und landschaftszerstörenden Windkraft nicht viel mehr in billigere CO2-bindende Strategien investiert? Gar deshalb, weil Wind ein gutes Geschäft ist?

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