Verwahrlosung in NÖ - die zwei Schwestern im Exklusiv-Interview

ÖSTERREICH begleitete die Jugendfürsorge als sie die 16-jährige Luzia vom Gestüt ihrer Mutter abholte.

Wien (OTS) - In seiner morgigen Ausgabe berichtet ÖSTERREICH (NÖ Regionalteil) mit einem Exklusiv-Interview über das Schicksal der 16-jährigen Luzia St., die am Freitag von der Jugendfürsorge abgeholt wurde. Kurz davor sprach ÖSTERREICH mit den beiden Schwestern Luzia und Katharina (18) über ihr Leben mit 46 Pferden auf dem desolaten Gestüt.

Wie ÖSTERREICH berichtet hat, wurden die Behörden erst nach einer Anzeige wegen Tierquäleri auf die katastrophalen Lebensumstände der Mädchen auf dem Hof in Wolfsgraben (Bezirk Wien-Umgebung) aufmerksam.

"Hoffentlich geht das gut"
Kurz bevor Luzia von der Jugendfürsorge abgeholt wurde, sprach ÖSTERREICH mit ihr und ihrer Schwester
Die Razzia am Freitag hatte weitreichende Konsequenzen: Katharina (18) musste sich von ihrer kleinen Schwester Luzia (16) verabschieden.

ÖSTERREICH: Warum glaubst du sind diese ganzen Menschen hier? Die Dame dort ist von der Jugendfürsorge.

Luzia St.: Ich weiß nicht einmal, wer diese Leute geholt hat, und was die von mir wollen. Muss ich jetzt aufpassen, wenn ich rauche? Vielleicht nehmen sie mich ja deshalb mit.

ÖSTERREICH: Du bist 16, du darfst rauchen.

Luzia st.: Ich hab auch erst zu Weihnachten angefangen. Letztes Monat hab ich mir ein Packerl geleistet - jeden Tag eine Zigarette.

ÖSTERREICH: Wieso hast du eigentlich die Hauptschule nicht fertig gemacht?

Luzia: Meine Pflichtschuljahre hab ich ja. Aber in der dritten Klasse hatte ich fünf Fünfer und die Mama hat mich aus der Schule genommen. Ich würde gerne in eine Computerschule gehen. Aber dafür brauche ich einen Pflichtschulabschluss.

ÖSTERREICH: Glaubt ihr nicht, dass ihr mit 46 Pferden hier am Hof überfordert seid?

Katharina St.: Nein. Wir bräuchten schon Stallburschen, aber die, die wir bis jetzt hatten, waren Idioten. Ich glaube, dass der eine daran schuld war, dass der Hengst sterben musste. Da mach ich die Arbeit lieber gleich selber.

ÖSTERREICH: Was machst du eigentlich, wenn du nicht bei den Pferden bist? Gehst du gerne aus?

Katharina: Nein. Ich war noch nie in einer Disco. Interessiert mich überhaupt nicht. Mich interessieren die Pferde.

ÖSTERREICH: Die Fürsorge schließt das Haus, weil es dort so schlimm aussieht.

Katharina: Das ist meine Schuld. Ich habe vergessen aufzuräumen. Sonst ist es dort eigentlich in Ordnung.

ÖSTERREICH: Du musst gleich mit der Fürsorge mitfahren, wie geht es dir dabei?

Luzia (zuckt mit den Schultern): Ich hätte nächste Woche zu einer Psychologin gehen sollen, damit sie sagt, wie es mit mir weiter geht. Ich wollte ins Internat. Aber jetzt nehmen die mich mit. Hoffentlich geht das gut.

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