ÖAAB-Gajdosik: Bis 70 arbeiten und dann umfallen?

Wien (VP-Klub) - Kritisch bewertete heute der Fraktionsobmann der Fraktion ÖAAB-Christliche Gewerkschafter in der Wiener Arbeiterkammer, Alfred Gajdosik, Ideen hinsichtlich einer Ausdehnung des Pensionsalters auf 70 Jahre. "Es sei daran erinnert, dass gerade viele jungen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einen Job suchen. Wenn wir nun das Pensionsalter noch weiter raufsetzen, werden wir die Arbeitslosigkeit nie in den Griff bekommen", so der Fraktionsobmann.

Ersatzkräftestellung streichen

Um den Anteil der älteren Beschäftigten zu heben schlug Gajdosik vor, die sogenannte Ersatzkräftestellung zu streichen, die derzeit möglich ist. "Altersteilzeit soll nicht als Ausrede dienen, um einen anderen Beschäftigten zu einem viel schlechteren Lohn einzustellen."

Erhöhung der Lehrlingsprämie nicht sinnvoll

Forderungen nach einer Verdoppelung der Lehrlingsprämie erteilte er eine Absage. "Irgendwann einmal ist die Decke erreicht. Im Rahmen des Blum-Bonus wird schon eine Menge an Geld in die Förderung der Lehrlinge und auch der Betriebe investiert", erklärte er dazu und meinte weiter, "Mit einer Verdoppelung würden 2/3 der Ausbildungskosten vom Staat getragen werden. Aber eine profunde Ausbildung von Lehrlingen sollte auch der Wirtschaft etwas wert sein und deshalb von ihr mitfinanziert werden!"

Arbeitslose inländische Fachkräfte zuerst

Im Bezug auf ebenfalls geäußerte Vorschläge, mehr Fachkräfte aus den neuen EU-Staaten nach Österreich zu holen, erinnerte der Fraktionsobmann an die vielen arbeitslosen Fachkräfte im Inland. "Zuerst einmal soll man schauen, dass diese einen ordentlichen Job finden. Dann kann man über etwaige Öffnungen erst wirklich nachdenken", meinte er abschließend dazu.

Rückfragen & Kontakt:

ÖAAB-Landesgruppe Wien
Tel.: (01) 40143/230
www.oeaab.at/wien

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VPR0003