Pensionskassen: Schon eine halbe Million Firmenpensionen

Die heimischen Pensionskassen haben 2006 für ihre Kunden 5,5 % Ertrag erwirtschaftet - Forderung nach steuerlicher Erleichterung für Arbeitnehmer

Wien (PWK098) - Mit durchschnittlich 5,5 Prozent Anlageertrag erwirtschafteten Österreichs Pensionskassen 2006 für ihre Kunden wie schon in den drei Jahren davor ein gutes Jahresergebnis. Damit liegt das Ergebnis um 4 Prozentpunkte über der Inflationsrate. Für ein Drittel der Kunden bringt das abgelaufene Jahr eine Erhöhung der Pension von bis zu zwei Prozent. Für 60 Prozent der Kunden bleibt die Pension gleich. Bei den sieben Prozent Sonderverträgen mit hohem Rechnungszins kommt es wie erwartet zu Kürzungen von rund zwei Prozent. "Das Ergebnis ist insbesondere auf die positive Entwicklung des Aktienmarkts zurückzuführen", bewertet Christian Böhm, Obmann des Fachverbandes der Pensionskassen, das abgelaufene Jahr. Derzeit werden rund vierzig Prozent des Vermögens in Aktien angelegt, sechzig Prozent in Anleihen.

Durch die Veranlagung der Gelder an den Kapitalmärkten erwirtschafteten die Pensionskassen für die Arbeitnehmer und Pensionisten im vergangenen Jahr 613 Mio. Euro. "Der Kapitalmarkt ist damit neben den Arbeitgebern und Arbeitnehmern ein dritter Beitragszahler", so Böhm. Seit ihrer Gründung haben die Pensionskassen an den Kapitalmärkten 4,2 Mrd. Euro Pensionskapital erwirtschaftet - das entspricht einem durchschnittlichen Anlageertrag von sieben Prozent pro Jahr.

Steigende Nachfrage bei Firmenpensionen

Wachstum gibt es auch bei der Zahl der Firmenpensionen: Seit Jahresbeginn hat bereits eine halbe Million Menschen ein Pensionskonto bei einer Pensionskasse. Das ist eine Steigerung um 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In den Jahren davor war die Nachfrage noch deutlich geringer bei durchschnittlich 8 Prozent.

Die steigende Nachfrage erklären sich die Pensionskassen aus einem veränderten Bewusstsein in der Bevölkerung. "Die Arbeitnehmer wollen ihren Lebensstandard im Alter verbessern und wissen heute, dass dazu betriebliche Vorsorge notwendig ist. Die Kassen-Pension ist ein sicheres und ertragreiches Mittel dazu", erklärt Fritz Janda vom Fachverband der Pensionskassen den Aufschwung.

Pensionskassen werden noch transparenter

Das neue Jahr bringt für die Kunden der Pensionskassen weitere Verbesserungen bei der Transparenz. Mit den 2006 erneuerten Kontonachrichten bekommen die Kunden mehr Information über die Entwicklung ihres Pensionskontos. Außerdem wollen die Pensionskassen mit einer Ausweitung ihrer "Transparenz-Initiative" den Kunden die Hintergründe der Veranlagung näher bringen. Janda: "Die im neuen Regierungsprogramm geforderte Verbesserung der Transparenz steht im Einklang mit unserer Initiative. Unsere Kunden sollen stärker über die Arbeit der Veranlagungsexperten und die Zusammenhänge am Kapitalmarkt informiert werden." Dazu sind für 2007 mehrere Aktivitäten geplant, unter anderem werden seit Jahresbeginn umfangreiche Daten über jede einzelne Pensionskasse auf der Homepage des Fachverbandes publiziert.

Durch die neue "Risikomanagement-Verordnung" der Finanzmarktaufsicht (FMA) wird eine zusätzliche Stelle die Veranlagung der Gelder laufend überprüfen. "Damit gibt es bei der Veranlagung eine zusätzliche Expertenmeinung", so Janda. Für die Kunden soll das mehr Sicherheit bei der Veranlagung ihrer Beiträge bringen.

Firmenpensionen auch für Neue Selbstständige

Die Pensionskassen begrüßen das Bekenntnis der neuen Bundesregierung zur betrieblichen Altersvorsorge und zu den Pensionskassen. Laut Böhm gibt es für die neue Regierung aber bei zwei Themen Handlungsbedarf:
"Das Wachstum der betrieblichen Altersvorsorge muss gefördert werden, damit möglichst bald eine flächendeckende Versorgung gewährleistet ist. Dazu ist es notwendig, die zweite Säule auch für neue Arbeitsformen wie beispielsweise Neue Selbstständige zu öffnen." Die neue Bundesregierung soll dazu die gesetzlichen Möglichkeiten schaffen.

Für Arbeitnehmer, die auch selbst in eine Firmenpension einzahlen, soll es eine steuerliche Gleichstellung mit den Beiträgen der Unternehmen geben. Das sei sowohl für die Pensionsberechtigten als auch den Staatshaushalt sinnvoll, Böhm: "Der Vergleich mit anderen Ländern beweist, dass eine spätere Besteuerung zu mehr Einzahlungen in Firmenpensionen führt. So haben unter anderem Belgien, die Niederlande und Irland den Zeitpunkt der Besteuerung auf die Auszahlung verschoben und damit einen Anstieg bei den Firmenpensionen erreicht. Das bringt dem Finanzminister automatisch mehr Einnahmen."

Bei Firmenpensionen zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Pensionskassen monatlich Beiträge ein, die später in der Pension verzinst ausbezahlt werden. Die durchschnittliche Firmenpension beträgt monatlich 527 Euro. Insgesamt veranlagen die zwanzig Pensionskassen ein Vermögen von rund zwölfeinhalb Mrd. Euro. Sie sind damit der größte private Pensionszahler Österreichs. (Ne)

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Anlageertrag: http://www.pensionskassen.at/images/07_anlageertrag.jpg Anlagevermögen: http://www.pensionskassen.at/images/07_vermoegen.jpg Anzahl Arbeitnehmer:
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Foto Mag. Christian Böhm:
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Bildtext: Mag. Christian Böhm, Obmann des Fachverbandes der Pensionskassen, Copyright: APK

Foto Dr. Fritz Janda:
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Bildtext: Dr. Fritz Janda, Geschäftsführer des Fachverbandes der Pensionskassen, Copyright: Paulitsch

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