ÖGB-NÖ: Gesetze haben ein Geschlecht

Bogath: Diskriminierung ist ein gesellschaftliches und menschliches Problem

Wien (ÖGB-NÖ) - "Unsere Gesetze sind zwar geschlechtsneutral gestaltet, jedoch bedeutet das nicht zwingend, dass diese Gesetze auch geschlechts-neutral wirken", betonte die Frauenvorsitzende des ÖGB-NÖ, Christa Bogath, im Rahmen der Veranstaltung "Gender und Recht - Gesetze haben ein Geschlecht" der Entwicklungspartnerschaft "Gesundes Gesundheitswesen", bei der die AKNÖ, ÖGB und NÖGKK zu den strategischen Partnern gehören. ++++

Bogath stellte fest, dass Gender Mainstreaming in allen gesellschaftlichen Bereichen wichtig und notwendig sei. Beinahe alle Lebensbereiche seien gesetzlich geregelt, jedoch hinsichtlich Umsetzung bzw. Realisierung seien in vielen Fällen Mängel zu orten. Diskriminierung könne durch Gesetze zwar verboten werden, doch sei die Realität oft eine andere.

Aus Sicht der NÖ ÖGB-Frauenvorsitzenden könne Diskriminierung nie völlig verhindert werden: "Diskriminierung ist für mich ein menschliches bzw. ein gesellschaftliches Problem, das kann auch durch Gesetze kaum verhindert werden!"

Geschlechtsspezifische Benachteiligung am Arbeitsplatz sei für die ArbeitnehmerInnen-Interessensvertretungen AKNÖ und ÖGB ein besonders wichtiges Thema. "Leider machen viele Frauen die traurige Erfahrung der Diskriminierung am Arbeitsplatz. Sie erfahren am eigenen Leib, was es für Konsequenzen mit sich bringen kann, wenn frau sich beruflich exponiert bzw. mit männlichen Kollegen in beruflich-fachlichen Wettstreit tritt", so die ÖGB-NÖ-Frauenvorsitzende.

Es sei Aufgabe der ArbeitnehmerInnen-Interessensvertretungen, derartige Vorkommnisse publik zu machen und Gesetzesänderungen bzw. -verbesserungen zu fordern. Das oberste Ziel sei die Umsetzung der Gesetze sowie die tatsächliche Gleichstellung von Frau und Mann. Deshalb sei die Einhaltung der rechtlichen Bestimmungen in allen Lebensbereichen wichtig - am Arbeitsplatz ebenso.

Der spezielle Focus der Veranstaltung "Gender und Recht" galt den Gesundheitsberufen, die mehrheitlich von Frauen ausgeübt werden. "Aus meiner beruflichen und gewerkschaftlichen Erfahrung weiß ich, dass die ArbeitnehmerInnen im Pflegebereich unverhältnismäßig niedrig bezahlt werden, weil es sich dabei um typische Frauen-Berufe handelt. Schon alleine das ist Diskriminierung. Gender und Recht ist wie ein Fass ohne Boden!", so KR Christa Bogath abschließend.

ÖGB, 15. Februar 2007 Nr. 113

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