Fall Elsner: Brettenthaler für genaue Kontrolle der französischen Gutachten

ÖÄK-Präsident: "Bei Verdacht von Gefälligkeitsgutachten sollte Anzeige bei französischer Ärztekammer erfolgen"

Wien (OTS) - Eine rasche Aufklärung der Umstände der Erkrankung des ehemaligen Bawag-Chefs Helmut Elsner hat der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Dr. Reiner Brettenthaler, heute eingemahnt. Da sich bei einer Untersuchung Elsners durch einen österreichischen Arzt letztlich doch zumindest die Transportfähigkeit des Verdächtigen herausgestellt habe, seien weitere kritische Untersuchungen des Gesundheitszustandes im Inland und deren sorgfältiger Abgleich mit den französischen Gutachten "mehr als interessant", erklärte Brettenthaler in einer Aussendung. Jedenfalls bedürften die französischen Gutachten einer "genauen Kontrolle".

"Sollte sich nach Vorliegen der hiesigen Gutachten die Mutmaßung ergeben, dass die medizinischen Privatgutachten aus Frankreich fragwürdig sind, sollte die österreichische Staatsanwaltschaft jedenfalls eine Anzeige wegen Verdachts von Gefälligkeitsgutachten bei der französischen Ärztekammer, dem Conseil National de l’Ordre des Médecins, in Paris erwägen", regte Brettenthaler an.

Elsner hatte sich fünf Monate lang mit Hilfe - dem Vernehmen nach teurer - medizinischer Privatgutachten gegen seine Auslieferung gewehrt. Wie Zeitungsberichten zu entnehmen war, verbrachte er jedoch nur einen Teil seines Frankreich-Aufenthalts im Spital. Letztlich hatte der Chefarzt einer österreichischen Krankenversicherung vor Ort die Transportfähigkeit des Ex-Bawag-Chefs festgestellt.

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