Schmied: "SPÖ-Positionen gerade im Bildungsbereich ganz stark eingeflossen"

Die neue Bildungsministerin im ZUK-"MinisterInnen-Checkpoint"

Wien (SK) - "Die sozialdemokratischen Positionen sind gerade im Bildungsbereich ganz stark eingeflossen", betonte Bildungs- und Kulturministerin Claudia Schmied am Mittwochabend beim "MinisterInnen-Checkpoint" in der SPÖ-Zukunfts- und Kulturwerkstätte. Vor allem die zentralen Punkte Senkung der Klassenschüler-Höchstzahlen und bedarfsgerechte Tagesbetreuung trügen deutliche sozialdemokratische Handschrift, so Schmied. Sowohl im Bildungs-, als auch im Kunst- und Kulturbereich wolle sie nach dem Grundsatz "Zuhören und Betroffene zu Beteiligten machen" agieren, so Schmied, die bezüglich des Bildungsdokumentations-Gesetzes festhielt, dass sie hier unverzüglich "Klarheit über den Datenschutz" geben und eine "Projektgruppe Statistik" mit der Erhebung von Bildungsdaten betrauen werde. Sie erachte es weiters als "wesentlichste Aufgabe, die öffentliche Schule hochattraktiv und hochqualitativ zu gestalten", hielt Schmied fest. ****

In der bis auf den letzen Stehplatz belegten SPÖ-Zukunfts- und Kulturwerkstätte diskutierten mit der neuen Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur unter der Moderation von Tanja Dobart (Renner-Institut): Iris Julian Gütler (Künstlerin), Sophie Lojka (Bundesvorsitzende Aktion kritischer SchülerInnen) und Martin Wasserbauer (Jungunternehmer). Dass nach über zehn Jahren Gehrer nunmehr mit Ministerin Schmied ganz neue Wege im Bildungsbereich eingeschlagen werden, machte Schmied auch dadurch klar, dass sie sich getreu ihrer Devise "Zuhören und Betroffene zu Beteiligten machen" vehement für Publikumsfragen einsetzte. Überdies konnte Schmied während der Diskussion auf die Möglichkeit verweisen, schriftlich Fragen an sie nach der Devise "Gedanken - Visionen - Anregungen" zu richten. Als "besonders reizvoll" bezeichnete Schmied die Möglichkeit, in ihrem Ressort "Bildung, Kunst und Kultur miteinander zu verknüpfen und so das Blickfeld zu erweitern".

Bildung - ergänzt um Aus- und Weiterbildung - ist Schlüssel zu zukünftigen Aufgaben

"Bildung - ergänzt um Aus- und Weiterbildung ist der Schlüssel zu den Aufgaben, die sich uns stellen", unterstrich Schmied. Sie begreife "Schule als magischen Ort, als Ort der Vielfalt", wo es "gelingen muss, die SchülerInnen ein gutes Stück mehr zu begeistern", so Schmied, die darauf verwies, dass sie im Schulbereich eine "wertschätzende Zusammenarbeit und lebendigen Austausch" wolle, so dass "Schulpartnerschaft intensiver gelebt wird". Überdies wolle sie, dass Lehrer und Lehrerinnen angesichts ihrer Funktion als Mentoren und ihrer "motivatorischen Kraft einen höheren Stellenwert in der Gesellschaft bekommen". Weiters gelte es im Rahmen der LehrerInnen-Fortbildung das "Wissen zu aktualisieren" und auch neue methodische Strukturen zu entwickeln, so Schmied, die hier für ein Abgehen vom Frontalunterricht zugunsten von "Teamunterricht und projektbezogenem Unterricht" eintrat.

"Talente früh sichtbar machen"

Angesichts des Umstands, dass sich viele SchülerInnen im falschen Schultyp befänden, müsse man schon in der Vorschule und im Kindergarten ansetzen und "Talente früh sichtbar machen", betonte die Bildungsministerin. Auch das Thema politische Bildung "steht ganz oben auf der Agenda", so Schmied, die klarmachte, dass hier auch vor dem Hintergrund der Senkung des Wahlalters ein deutlicher Schwerpunkt nach dem Motto "Kultur bildet Demokratie" gebraucht werde. Bezüglich des umstrittenen Bildungsdokumentations-Gesetzes wolle sie "entängstigen", so Schmied, die hier festhielt: "Eine Verknüpfung der Daten ist ausgeschlossen." Als wirklich "bedenklich" bezeichnete Schmied den Umstand, dass "wir zwar ein Bildungsdokumentations-Gesetz haben, aber keine Bildungsdokumentation". Hier werde eine "Projektgruppe Statistik" Abhilfe schaffen, zudem werde eine Expertengruppe bis Ende Februar das Bildungsdokumentations-Gesetz analysieren.

"Kraft sichtbar machen, die Kultur hat"

Im Bereich von Kunst und Kultur gelte es, "die Kraft sichtbar zu machen, die Kultur hat", so Schmied mit Verweis auf Beschäftigungseffekte, aber auch auf die Wirksamkeit von Kreativität zur Entfaltung des Menschen. Sie wolle den Stellenwert von Kunst und Kultur verbessern, bekräftigte Schmied mit Hinweis auf eine "Grundlagenabteilung für Kunst und Kultur, die die Bedeutung von Kunst darstellen und sichtbar machen soll". Sie glaube, dass die "Zukunft im Verknüpfen" - etwa von Kunst, Kultur und Wirtschaft - und "nicht im Teilen" liegt, merkte Schmied in der Diskussion an.

"KünstlerInnen Sicherheit geben"

Es gehöre zu den zentralen Aufgaben der Gesellschaft und auch der SPÖ, den "Künstlern und KünstlerInnen Sicherheit zu geben", so Schmied, die zur Thematik des Prekariats im Kulturbereich festhielt, dass dies "Ergebnis von Machtstrukturen und sozial nicht abgefederter Marktsysteme" sei. Überall dort, wo die "Balance nicht stimmt, geht dies zu Lasten der Schwächeren", so Schmieds Plädoyer für soziale Gerechtigkeit. Die bedarfsorientierte Mindestsicherung könne hier "Druck aus der Gesellschaft nehmen und die Position des Einzelnen stärken", unterstrich Schmied. Sie sei davon überzeugt, dass "Kunst und Kultur ein Stück finanzieller Sicherheit braucht", so Schmied, die abschließend hervorhob, dass sie einen Kollektivvertrag im Museumsbereich einführen wolle. (Schluss) mb

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