Landstraßer Markt vor Schließung

VP-Tschirf: Stadt Wien hat bewusst die Unwahrheit gesagt

Wien (VP-Klub) - Mit einem lapidaren Schreiben des Marktamtes
wurde den dutzenden Marktstandlern am 7. Feburar 2007 vom Marktamt mitgeteilt, dass der Landstraßer Markt Ende dieses Jahres endgültig die Pforten schließen muss. Ihnen selbst wurde für ihre weitere Zukunft "alles Gute" gewünscht. "Es ist nicht nur der Umstand, dass der Markt aufgelassen werden soll. Es ist auch die Art und Weise, wie mit den betroffenen Kaufleuten umgegangen wird, denn seitens des Marktamtes und der zuständigen Stadträtin - zunächst Sonja Wehsely, jetzt Sandra Frauenberger - wurden keinerlei Gespräche mit den Marktstandlern geführt", kritisiert der Klubobmann der ÖVP Wien und Landstraßer Gemeinderat Matthias Tschirf die asoziale Vorgehensweise der Stadt mit ihren Bürgen.

Ebenso schlimm ist für Tschirf auch die Tatsache, dass die Schließung in totalem Widerspruch zu den bisherigen Planungen und Zusagen der Verantwortlichen steht. "Im Rahmen der Arbeiten und damit bei der Beschlussfassung zur Flächenwidmung für das Projekt Wien-Mitte, war die Erhaltung und Erneuerung der Markthalle fix vorgesehen. Entsprechende politische Beschlüsse waren ebenfalls - auch mit Stimmen der Wiener SPÖ - gefasst worden. Hier hat uns die Stadt Wien offenbar bewusst belogen und betrogen", ärgert sich der VP-Klubobmann. "Überfallsartig soll jetzt der Markt unter Vorgabe angeblicher Unwirtschaftlichkeit geschlossen werden. Großunternehmern aber wird Unmengen an Geld in den Rachen gestopft, geht es aber um die Nahversorgung und Kleinunternehmer, ist kein Geld da und es wird der ROTstift angesetzt und geknausert. Die Interessen vieler Kleingewerbetreibender sind der roten Stadtregierung wichtiger als die einiger Rathaus- und Konzernbosse!"

VP-Aichinger: Stadtregierung fehlt jegliches wirtschaftspolitisches Gefühl

"Wiens Märkte sind ein wesentlicher, nicht nur wirtschaftlicher Bestandteil unserer Stadt. Sie sind einerseits die Form von ureigenstem Handel mit einem vielfältigem Angebot und erfüllen andererseits die Stadt mit Lebendigkeit und geben ihr Flair. Den Verantwortlichen in der SP-Stadtregierung fehlt aber - und das wird am Beispiel der Wiener Märkte ganz besonders deutlich - jegliches wirtschaftspolitisches Gefühl. Sanierungen werden unendlich lange aufgeschoben, um dann die Märkte letztendlich zu Tode zu sanieren", so ÖVP Wien Wirtschaftssprecher LAbg. Fritz Aichinger, der in diesem Zusammenhang auf die Nußdorfer Markthalle, den Meisel- und Brunnenmarkt verweist.

Es spreche, meint Aichinger, nichts gegen eine Erneuerung und Sanierung von Märkten, die Preise für Standplätze in den Märkten müssten aber nach abgeschlossener Sanierung auch erwirtschaftbar sein und - was ebenso von größter Wichtigkeit sei - es dürfe während Sanierungsphasen keine Geschäftsunterbrechung geben. "Was nützt der schönste Markt, wenn sich die Marktstandler die Mietpreise nicht mehr leisten können und sie ihre Kunden während einer oft jahrelang dauernden Umbauphase verloren haben?", fragt Aichinger. "Und was den Landstraßer Markt betrifft, so ist zudem darauf hinzuweisen, dass Wiens drittgrößter Markt von den 240 Millionen Euro, die alle Wiener Märkte erwirtschaften, immerhin eine Anteil von 21 Millionen beiträgt. Unwirtschaftlichkeit kann ich da nicht erkennen. Er hat seinen Platz in Wiens Infrastruktur durchaus verdient und muss für die Landstraße erhalten bleiben."

VP-Schüller: Landstraßer Markt ist wichtiger Nahversorger und Ort der Integration

"Für den 3. Bezirk ist der Landstraßer Markt nicht nur ein wichtiger Nahversorger, er ist auch ein Ort gelebter Integration", so ÖVP-Bezirksvorsteher-Stellvertreter Georg Schüller, der auch darauf verweist, dass im September 2004 in der Landstraßer Bezirksvertretung mit den Stimmen der SPÖ, ÖVP, FPÖ und der Grünen eine Antrag zur Flächenwidmung für Wien-Mitte beschlossen und zum Weiterbestand der Halle ein klares Bekenntnis abgelegt wurde. Auch wurde, um das Nebeneinander eines Einkaufszentrums, der Einkaufsstraße und der Markthalle sicherzustellen, Ende 2004 beschlossen, die Größe des geplanten Einkaufszentrums auf 20.000 qm zu limitieren.

Homepage "Rettet-die-Markthalle"

"Die ÖVP wird auf Bezirks- und Landesebene diesen Anschlag auf die Nahversorgung und das Kleinunternehmertum auf das massivste bekämpfen. Der Start einer Internetkampagne zur Rettung der Halle ist in Vorbereitung (Anm.: www.rettet-die-markthalle.at) und zahlreiche Initiativen auf Bezirks- und Landesebene in Planung. Die zentrale Forderung der ÖVP Wien beim Bau vom Projekt Wien-Mitte ist die Sanierung und Erhaltung der Markthalle", fasst ÖVP Wien Klubobmann Tschirf zusammen.

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