Kinderbetreuungsgesetz bringt kaum Verbesserungen

Linz (OTS) - Kinderbetreuungsangebote, die Eltern eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglichen, werden auch in Zukunft die Ausnahme sein, befürchtet die Arbeiterkammer. "Der Entwurf zum neuen Kinderbetreuungsgesetz bietet keine befriedigenden Lösungen für die bestehenden Probleme", kritisiert AK-Präsident Dr. Johann
Kalliauer.

In fast 39 Prozent aller oberösterreichischen Gemeinden bietet der Kindergarten nicht einmal eine Mittagsversorgung für die Kleinen, wodurch selbst ein Teilzeitjob nur mit privater Unterstützung zu schaffen ist.

Einrichtungen mit Öffnungszeiten von mehr als acht Stunden täglich sind außerhalb der Ballungszentren nach wie vor Mangelware, ebenso Betreuungsangebote für Unter-Dreijährige und Volksschulkinder. Dazu kommen lange Ferien und Schließzeiten während des Jahres, die mit normalen Urlaubsansprüchen von Eltern beim besten Willen nicht vereinbar sind.

Das sind die gravierendsten Sorgen der Eltern, wie sie im Zuge der Elternbefragung im Sommer des vergangenen Jahres von der AK erhoben wurden. Auf diese Unzulänglichkeiten in der Kinderbetreuung bietet der Entwurf des neuen Kinderbetreuungsgesetzes keine befriedigenden Antworten. Vielmehr wird der unzureichende Status quo im Grunde einfach weiter fortgeschrieben.

Die Arbeiterkammer fordert deshalb: Die Gemeinden brauchen eine faire Unterstützung beim Ausbau der Öffnungszeiten und der Angebote für Unter-Dreijährige und Volksschulkinder. Ohne zusätzliche Finanzierungsmittel seitens des Landes bleiben viele Gemeinden dabei völlig überfordert.

Die AK begrüßt die Absicht, die Elternbeiträge künftig landesweit einheitlich nach dem Einkommen der Eltern zu staffeln. Dieses Grundprinzip gerade bei einkommensschwachen Familien durch Mindestbeiträge auszuhebeln, wird von der AK aber strikt abgelehnt!

Gleichzeitig fordert die AK, für die Betreuung von Unter-Drei-jährigen keine höheren Elternbeiträge als für den Kindergarten vorzusehen. Denn derzeit sind die Kosten für einen Krabbelstuben-Platz für viele Eltern fast unerschwinglich. Bei einem Brutto-Haushaltseinkommen von beispielsweise 1200 Euro variieren die Kosten vom Nulltarif in Linz (gleich wie im Kindergarten) bis zu 230 Euro in Seewalchen. Um für Mütter den Wiedereinstieg nach der Karenz leistbar zu gestalten, darf es derartig hohe Unterschiede in der Preisgestaltung künftig nicht mehr geben!

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