Frauenberger: Arbeitsschwerpunkte in Integrations-& Frauenpolitik

"Gleichberechtigung, Gleichbehandlung und Chancengleichheit für alle"

Wien (OTS) - Am 25. Jänner ist Sandra Frauenberger zur Stadträtin für Integration, Frauenfragen, KonsumentInnenschutz und Personal gewählt worden. Bei einer Medienkonferenz heute Mittwoch stellte sie die Arbeitsschwerpunkte ihres Ressorts vor. Im Mittelpunkt standen dabei der Frauen- und Integrationsbereich.

Frauenberger: "In der Frauenpolitik dürfen wir keinen Millimeter nachgeben!"

In Wien sei sowohl in der Frauen- als auch in der Integrationspolitik in den letzten Jahren sehr viel erreicht worden, betonte die neue Wiener Integrations- und Frauenstadträtin Sandra Frauenberger im Rahmen ihrer Antrittsmedienkonferenz.
Gerade in der Frauen- und auch Integrationspolitik dürfe aber keinen Millimeter nachgegeben werden. Hier sei intensive und innovative Arbeit an der und für die Zukunft angesagt. So könne etwa von erfüllter Gleichberechtigung in dieser Gesellschaft noch lange keine Rede sein, stellte Frauenberger fest. Frauenberger präsentierte für ihre Frauenpolitik folgende Schwerpunkte:

Verbesserung der Arbeitsmarktchancen von Frauen

Dazu Frauenberger: "bessere Jobchancen für Frauen heißt gezielte Beratung für und Förderung der Aus- und Weiterbildung von Frauen und Mädchen, denn das ist die beste Prävention vor Arbeitslosigkeit". Damit unabdingbar verbunden sei es, sie bei der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben zu unterstützen, erklärte die Stadträtin. "Denn viele, gerade wenig qualifizierte Frauen, arbeiten in atypischen Beschäftigungsverhältnissen und schlecht bezahlten Teilzeitjobs. Berufliche Weiterbildung ist für sie in jeder Hinsicht ein "Luxus", sowohl vom Zeitmanagement her als auch von der finanziellen Leistbarkeit". Wichtigstes Ziel: Bestehende Angebot, wie z.B. des waff (Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds) noch stärker zu den Frauen, nämlich vor Ort in die Bezirke, die Kindergärten u.a. öffentliche Einrichtungen bis hin zu Spielplätzen zu bringen, sie eben dort abzuholen wo sie stehen.

Gleiches Geld für gleiche Leistung

"Um die Einkommensschere, die in Wien zwar im Vergleich zum Bund am geringsten ist, zu schließen, so Frauenberger weiter, müssen alle Tasten des Klaviers gespielt werden. Das gehe in Richtung Kollektivvertragspolitik, aber auch auf kommunaler Ebene können wir etwas bewegen etwa durch betriebliche Frauenförderung und durch entsprechende Beratung der Betriebe, unterstrich sie. Die Frauenabteilung der Stadt Wien wird daher als ersten Schritt eine Studie beauftragen, die die kommunalpolitischen Handlungsfelder aufzeigt. Auf Basis dieser Studie sollen dann konkrete kommunale Maßnahmen erarbeitet und implementiert werden, die zur nachhaltigen Schließung der Einkommensschere beitragen.

Frauen sollen sich in dieser Stadt sicher fühlen

Als dritten Punkt nannte Frauenberger die konsequente Fortsetzung der Maßnahmen zum Schutz der Frauen: "Frauen sollen sich in dieser Stadt sicher fühlen. Dazu gehört das subjektive Sicherheitsgefühl - also, dass ich mich ohne Angst in dieser Stadt bewegen kann. Von der soziale Sicherheit, also ein eigenständiges, selbstbestimmtes Leben führen zu können, bis zu Gewaltprävention und Gewaltschutz." Gewalt gegen Frauen und Kinder ist nach wie vor ein ernst zu nehmendes gesellschaftliches Problem. Wien verfügt Österreich weit über eines der dichtesten Opferschutz-Netze. Mit vier Frauenhäusern erfüllt Wien die Empfehlung des Ausschusses für die Rechte der Frau des europäischen Parlaments, wonach pro 10.000 EinwohnerInnen ein Krisenplatz bereit zu stellen ist. Derzeit stehen 164 Plätze für Frauen und deren Kinder zur Verfügung. So genannte Nachbetreuungswohnungen bieten Frauen und ihren Kindern, die nicht mehr akut von Gewalt betroffen sind, eine vorübergehende Bleibe. Diese Wohnungen sind im Idealfall die letzte betreute Station vor dem Sprung in ein neues Leben. Die Zahl der Nachbetreuungswohnungen wird bis 2010 von 25 auf 50 Wohnungen ausgeweitet.

Frauen - Generation 50+ fördern

Ein künftiger Schwerpunkt in Frauenbergers Fraunpolitik wird auch die Lebenssituation von Frauen ab 50 Jahre sein. Themen wie Arbeitsmarkt, Berufschancen, Lebensqualität werden dabei im Mittelpunkt stehen. Auch durch das Frauenbarometer sollen heuer speziell die Perspektiven und Bedürfnisse der Frauen ab 50 erhoben werden. Ziel ist jedenfalls mit Maßnahmen aber auch mit Imageaktionen die Zielgruppe der über 50-jährigen Frauen anzusprechen und auch das "Bild" von "alt ab 50" zurechtzurücken.

Frauenberger zu Integrationspolitik: "Breites Bündnis für gutes Zusammenleben quer durch alle Bevölkerungsschichten"

Integrationspolitisches Ziel Frauenbergers ist ein breites Bündnis für ein gutes Zusammenleben in Wien zu schaffen, quer durch alle Bevölkerungsschichten. Integration sei, so die Stadträtin keine Einbahnstraße, sondern Chance und Herausforderung für die zugewanderten WienerInnen ebenso wie für jene, die seit Generationen in dieser Stadt leben. Grundsätzlich müsse dabei gelten: "Gleiche Rechte, aber auch Pflichten.
Frauenberger: "Basis für jede erfolgreiche Integrationspolitik:
Zuwanderung braucht klare, transparente Regeln und muss an Integrationsmaßnahmen gekoppelt sein." Das sei, so die Integrationsstadträtin, das Fundament der Wiener Integrationspolitik.

Integrationspolitischer Fixpunkt: Sprache plus

Erster Fixpunkt in der Integrationspolitik bleibe selbstverständlich die Sprache - sie ist der Schlüssel zur Integration, unterstrich die Integrationsstadträtin. "Denn nur wenn die Menschen einander verstehen, funktioniert das Zusammenleben". Sprache alleine, so Frauenberger, sei aber zu wenig - es braucht eine umfassende Integrationsbegleitung.
Zweitens, mit der Integration müsse so früh wie möglich gestartet werden. Und zwar vom Alter her, also schon beginnend mit dem Kindergarten, als auch vom Zeitpunkt der Zuwanderung, führte Frauenberger aus. Wesentliche Grundlage sind entsprechende Begleitung und Unterstützung bis hin zur beruflichen Orientierung.
2006 haben mehr als 8000 ZuwanderInnen von den Sprachkursen im Rahmen der Wiener Sprachoffensive profitiert. Für 2007 ist es geplant die Zahl um weitere 10 bis 20 Prozent zu erhöhen und zwar durch die Verstärkung von zielgruppenspezifischen, d.h. noch stärker auf die Bedürfnisse der Menschen ausgerichteten Angeboten (insbesondere für Frauen und Jugendliche). Wien will und wird die ZuwanderInnen aber auch unterstützen, sich besser in unserer Stadt zu Recht zu finden. Das beginnt bei "StartWien", dem speziellen Pogramm für Jugendliche ab 15 Jahren mit Deutsch- und Orientierungskursen (inklusive Exkursionen und Infoelementen) für einen Start in Ausbildung oder Beruf und geht bis zu den "Mama lernt Deutsch" Kursen. 2007 kommen zu den 140 Kursen an Wiener Pflichtschulen 75 Kurse in Kindergärten dazu. Bei "Mama lernt Deutsch" geht es aber nicht nur um Sprachvermittlung, sondern auch um Empowerment für Migrantinnen in Richtung Unabhängigkeit und Selbstständigkeit, so Frauenberger. Ähnlich aufgebaut ist auch das Konzept "Elternschule", wo ebenfalls Eltern an den Schulen ihrer Kinder angesprochen werden.

Soziale Lage von ZuwanderInnen verbessern

Drittens gelte es, die soziale Lage von ZuwanderInnen verbessern! Das hänge unmittelbar mit ihren Arbeitsmarktchancen zusammen, so die Stadträtin weiter. Frauenberger: "Das heißt punktgenaue, bedarfsorientierte Aus- und Weiterbildung. Es geht darum, die Menschen dort abzuholen, wo sie qualifikationsmäßig stehen und sie in den Arbeitsmarkt zu vermitteln. ZuwanderInnen bringen ja auch ein großes Potential nicht zuletzt aufgrund ihrer sprachlichen Kompetenz mit - diese gilt es im Sinne von Diversitätspolitik für den Wirtschaftsstandort Wien zu nutzen." Verbesserung der Arbeitsmarktchancen heißt aber auch Anrechung von Ausbildungen und Qualifikationen bis hin zur Vermittlung. Die formale Anerkennung von Bildungsabschlüssen ist oftmals die Voraussetzung für einen Anstellung im erlernten Beruf oder auch für die Fortsetzung einer Ausbildung. Gerade bei der Anerkennung von Bildungsabschlüssen, fehlen MigrantInnen oftmals die Kenntnisse über das Österreichische Bildungssystem. Hier gilt es, gezielt zu unterstützen, um einen raschen und bestmöglichen Einstieg ins Berufsleben zu ermöglichen.

Grätzlarbeit ausbauen: Zusammenleben und gute Nachbarschaft unterstützen, Begleitung und Hilfe beim Umgang mit Konflikten

Ein zentrales Anliegen ist Frauenberger schließlich die Gestaltung des Zusammenlebens und einer möglichst "guten Nachbarschaft". Frauenberger: "Wir wollen, dass die Menschen einander verstehen, miteinander reden! Selbstverständlich gibt es im Zusammenleben Konflikte. In diesem Zusammenhang sollen die Menschen auch im Umgang mit den Konflikten unterstützt werden. Wir lassen sie hier nicht alleine!" Das Zusammenleben und eine gute Nachbarschaft in Wien müssen funktionieren. Das betrifft die Sprache, aber auch die Lebensweise. Das soll mit zahlreichen, sehr verschiedenartigen Projekten unterstützt werden. Entsprechende Initiativen dazu gibt es gerade auch in den neuen Stadtteilen. Ein Beispiel dafür:
Kommunikationscafes mit Praxisübung Deutsch. Diese Ansätze und Ideen, die auch zur Identifizierung mit dem eigenen Stadtteil, mit dem eigenen Zuhause, auf das man stolz sein kann, wichtig sind, sollen aufgenommen und ausgebaut werden. An den entsprechenden Konzepten wird derzeit gearbeitet. Erste Aktionen werden bereits im Frühjahr in Stadlau und am Leberberg starten.

Frauenberger resümierend: "Integration in Wien ist eine Erfolgsgeschichte - ich will diesen Erfolg aber auch messbar machen. Das heißt Evaluieren, wie die Maßnahmen wirken, um weiter besser zu werden."

Bevölkerung muss sich in der Stadtverwaltung widerspiegeln, Diversitätsmanagement weiter entwickeln

Als Personalstadträtin ging Frauenberger auf zwei Themenschwerpunkte gesondert ein: Auf die weitere Umsetzung von Diversitätsorientierung- und management sowie auf die Lehrlingsausbildung in der Stadt Wien. Wien bildet, so Frauenberger, aufgrund der problematischen Situation auf dem Lehrstellenmarkt schon seit Jahren, mehr Lehrlinge aus als zur Deckung des Bedarfs an Arbeitskräften notwendig ist. Derzeit stehen 1200 Mädchen und Burschen bei der Stadt Wien in Ausbildung. Im Schuljahr 06/07 sind fast 300 Lehrlinge in rund 30 verschiedenen Lehrberufen aufgenommen worden. Ein wesentlicher Aspekt dabei: Mädchen verstärkt in bisherigen Männerdomänen auszubilden.

Auch auf dem Sektor Diversitätsmanagement hat die Stadt Wien Vorbildwirkung, in dem sie ganz gezielt auf muttersprachiges Personal setzt, um die Serviceleistungen bestmöglich für alle WienerInnen, egal welcher Herkunft, erbringen zu können. Dazu gehört auch die Verbesserung der interkulturellen Kompetenz der MitarbeiterInnen. In der Ausbildung von Lehrlingen wurde vor kurzem ein Freigegenstand "interkulturelle Kompetenz" in der Berufsschule für Verwaltungsberufe eingeführt.
Frauenberger: "Hier sind wir hervorragend unterwegs, aber es liegt auch noch viel vor uns! Die Bevölkerung muss sich in der Stadtverwaltung wider spiegeln. Das ist das strategische Ziel, daran arbeiten wir, dass das tatsächlich umgesetzt wird!

Zu Frauenbergers Ressort gehören auch der KonsumentInnenschutz, der Tierschutz und die Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen. **** (Schluss) gph

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Gabriele Philipp
Mediensprecherin StR. Sandra Frauenberger
Tel.: 4000/81 295
Fax: 4000/99 81295
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