Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Ein Lied singen (von Ralf Mosser)

Ausgabe 14. Februar 2007

Klagenfurt (OTS) - Das Kärnten-Dorf in der im Dezember 2005 vom Tsunami heimgesuchten indonesischen Provinz Aceh wurde bereits im März 2006 eröffnet. Die Häuser sind seit langem bezugsfertig; was fehlt, sind nur die Waisen, die in dem mit 1,2 Millionen Euro an Spenden- und Steuergeldern erbauten Dorf wohnen sollen. Wie man es von Landeshauptmann Jörg Haider gewohnt ist, liegt das Versagen in diesem Fall nicht bei den von ihm eingesetzten Organisatoren und schon gar nicht bei ihm, sondern woanders: im konkreten Fall bei den angeblich geänderten politischen Verhältnissen in der Provinz Aceh. Kein Versagen müssen sich Haider und seine Getreuen bei der mediengerechten Inszenierung des Projektes vorwerfen lassen. Die Bühne, auf der sich der Landeshauptmann selbst darstellen konnte, war groß genug. Bei Pressekonferenzen durfte Haider über die Planung, den Baufortschritt und die Fertigstellung des Dorfes berichten. Auch bei der Eröffnung in Aceh stand er publikumswirksam in einer indonesischen Kluft im Kameralicht. Angeblich wurde damals das Kärntner Heimatlied gesungen.
Apropos gesungen: Darüber, dass Haider bei der Ankündigung und Vorstellung von großen Projekten erfolgreicher ist als bei deren Umsetzung, können nun neben den Kärntnern auch die Waisen in Indonesien ein Lied singen.

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