DSE-Wien: es benötigt mehr geeignete Kinderbetreuungsplätze für WiedereinsteigerInnen

Wien (OTS) - Bei der Suche nach Arbeit stellt sich für viele
Frauen nach der Karenz das Problem, dass sie keinen geeigneten Kinderbetreuungsplatz finden können. Der Druck von Seiten des AMS nimmt jedoch trotzdem zu, da die Vermittelbarkeit damit in Frage gestellt ist.

In Wien muss dzt. im Jänner und Februar für den Herbst bei der MA 10 ein Antrag für den gewünschten Betreuungsplatz in einer städtischen Einrichtung eingereicht werden. Im Frühjahr werden die verfügbaren Plätze vergeben. Haben die WiedereinsteigerInnen zu diesem Zeitpunkt keinen Arbeitsplatz, so werden sie fast immer gegenüber jenen Frauen die in Beschäftigung sind nachgereiht. Finden WiedereinsteigerInnen bis zum Herbst eine Arbeit, ist sehr häufig kein Betreuungsplatz mehr verfügbar. Es bleibt Ihnen nur noch die Suche nach einem privaten Angebot. Förderung durch die Stadt Wien ist möglich und muss jedes halbe Jahr neu beantragt werden. Auch das AMS leistet Zuschüsse für Kinderbetreuungsplätze für einkommensschwache Familien, diese werden aber maximal 3 Jahre lang gewährt. Die privaten Plätze müssen für einige Zeit vorfinanziert werden. Das Ansuchen ist vor Antritt zu stellen und wird erst nach Beginn ausbezahlt. Die Frauen haben dadurch zusätzliche Schwierigkeiten den Platz zwischen zu finanzieren und Beruf und Familie zu vereinen, da die finanzielle Situation oft sehr angespannt ist.

Um die Chancengleichheit für Frauen zu erhöhen würde es in Wien ein Mehr an flexibleren und kostengünstigeren Kinderbetreuungsplätzen benötigen. Im Regierungsprogramm wurde festgehalten, dass "Erwerbs-und Familienarbeit keinen Widerspruch darstellen darf". "Wir sehen hier ein ausreichendes und geeignetes Angebot an Kinderbetreuungsplätzen als Grundlage für die Chancengleichheit der Frauen an", so Josefine Brandstötter, Geschäftsführerin DSE-Wien. "Öffnungszeiten und Tarifgestaltung stellen wesentliche Faktoren für die Eignung eines Platzes dar. Was würde ein verfügbarer aber zu teurer Platz nützen, wenn dieser einfach nicht leistbar ist. Oder wenn ein Platz in einem Kindergarten angeboten wird, der zu früh schließt, wie soll dies mit einem Arbeitsplatz kombinierbar sein", kritisiert Josefine Brandstötter.

Im Fall von Frau H. wird die Problematik deutlich. Sie ist Alleinerzieherin, Wiedereinsteigerin, wohnt im 4. Bezirk und sucht für den zweieinhalbjährigen Sohn einen passenden Kinderbetreuungsplatz. Es konnte weder im 4., noch im 5. und 10. Bezirk ein Platz gefunden werden. Nicht in einer Kinderkrippe, einer Familiengruppe noch bei einer Tagesmutter. Die Konsequenzen daraus sind für diese Frau existenziell bedrohlich. Sie hat damit zu rechnen, dass sie auf Grund der Nichtvermittelbarkeit den Anspruch auf Arbeitslosengeld verliert.

"Mehr Flexibilität von Arbeit suchenden Personen wird laufend gefordert. Wo aber bleiben die dafür notwendigen Rahmenbedingungen", so Josefine Brandstötter. "Beim Angebot an geeigneten Kinderbetreuungsplätzen besteht in Wien eindeutig ein Handlungsbedarf. Dies muss in unserer Gesellschaft als zentraler Punkt für die Chancengleichheit erkannt werden".

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