Seeber: Abfallverwertung statt EU-Mülltourismus

'Sautrank' bleibt in Österreich weiterhin zur Schweinemast erlaubt

Straßburg, 13. Februar 2007 (ÖVP-PD) Weniger Abfall, mehr Müllvermeidung und mehr Wiederverwertung: Das sind die Hauptziele der heute im Europaparlament beschlossenen Abfall-Richtlinie. Das Abfallaufkommen soll bis 2012 stabilisiert und bis 2020 stark gesenkt werden. Der Umweltsprecher der ÖVP-Delegation im Europäischen Parlament, Dr. Richard Seeber, begrüßte die positive Abstimmung: "Wenn wir nichts tun, wächst uns der Dreck über den Kopf. Jährlich fallen in der EU 1,3 Milliarden Tonnen Abfälle an, 40 Millionen Tonnen davon sind gefährlich. Ohne Gegenmaßnahmen könnten im Jahr 2020 sogar 45 Prozent mehr Abfälle erzeugt werden als 1995. Die Folgen für Mensch und Umwelt wären beträchtlich. Abfallvermeidung ist daher das Gebot der Stunde", betonte Seeber. ****

Grundlage der neuen EU-Abfallpolitik stellt die so genannte 'Abfallhierarchie' dar. "Basierend auf primär umweltbezogenen Überlegungen trägt sie zur effizienten Nutzung der natürlichen Ressourcen sowie zur Verringerung der energiepolitischen Abhängigkeit bei", so Seeber. Weit oben auf der Prioritätenliste stehen eine möglichst geringe Erzeugung von Abfällen sowie die vermehrte Förderung von Recycling von Abfällen. "Wichtigstes Ziel ist und bleibt aber die weitestgehende Abfallvermeidung."

Beginnend mit der Abfallvermeidung als vorrangiger Stufe geht die Abfallhierarchie dann mit den jeweils umweltfreundlichsten Lösungen weiter: Nächster Schritt ist die Verringerung der Erzeugung von Abfällen, danach Wiederverwendung und Recycling bis hin zur unbedenklichen und umweltschonenden Abfallbeseitigung.
"Alle Produkte müssen einer Lebenszyklusbewertung unterworfen werden. Sollte diese sowie eine Kosten-Nutzen-Analyse eindeutig ergeben, dass sich eine alternative Behandlungsoption in Bezug auf einen bestimmten Abfallstrom besser bewähren würde, können die Mitgliedstaaten von dieser Abfallhierarchie abweichen. Das betrifft in Österreich beispielsweise den Sautrank: Speisereste aus der Gastronomie dürfen auch weiterhin zur Schweinemast verwendet werden, wenn sie einer vorherigen Behandlung unterzogen werden", so Seeber.

Bis 2010 soll die EU-Kommission eine Produkt-Ökodesign-Politik ausarbeiten, mit der gegen das Entstehen von Abfällen und gegen gefährliche Stoffe in Abfällen vorgegangen wird. "Technologien sollen gefördert werden, die auf langlebige, wieder verwendbare und rezyklierbare Produkte ausgerichtet sind. Aber auch die Herstellerverantwortung wird durch die Einführung von Rücknahmeverpflichtungen für Hersteller und Importeure oder durch die Schaffung von Reparatur- und Wiederverwendungseinrichtungen gestärkt", so Seeber abschließend.

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