• 13.02.2007, 11:35:26
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Industrie: Österreich fehlen 1000 Universitätsabsolventinnen und -absolventen im Technologiebereich

IV-GS Beyrer: Weiter massiv in Innovation und Bildung investieren - ibw-Studie: Im Jahr 2010 eklatanter Mangel an F&E Personal trotz Hochschulexpansion in Österreich

Wien (OTS) - (PdI) "Wir müssen Österreich in Bildung, Forschung &
Entwicklung und Innovation an die Spitze führen, um die gegenwärtigen
Standards und unseren Wohlstand langfristig zu halten", betonte der
Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Markus
Beyrer, heute Dienstag bei einer Pressekonferenz zum Thema "Die
besten Köpfe für Innovation". Neben verlässlichen Rahmenbedingungen
und einer entsprechenden Innovationskultur wurden daher von der
Industriellenvereinigung "kreative Köpfe" als eine der drei tragenden
Säulen einer Front-Running-Strategie im Innovationsbereich definiert.
"Wenn wir das Wachstumspotenzial, das der Innovationsbereich
zweifellos bietet, künftig voll ausschöpfen wollen, muss der Faktor
Mensch stärker in den Fokus innovationspolitischer Anstrengungen
rücken. Positiven Aussichten am F&E-Arbeitsmarkt stehen künftig noch
massiver werdende Rekrutierungsprobleme in technischen
Studienrichtungen gegenüber", so Beyrer.

Die Herausforderung im Hinblick auf die Umsetzung der
Innovationsziele am Wirtschaftsstandort Österreich werde daher vor
allem sein, eine ausreichende Zahl naturwissenschaftlich, technisch
Qualifizierter für die Industrie und speziell für F&E-Funktionen zur
Verfügung zu stellen. Es bedürfe einer substantiellen Zunahme an
Graduierten besonders nachgefragter Studienrichtungen, um Angebot und
Auswahlmöglichkeiten für die Unternehmen zu erhöhen. "Für das Jahr
2010 ergibt sich eine rechnerische jährliche Lücke von 1.000
Graduierten in den 15 meistgesuchten Studienrichtungen, bezogen auf
eine Gesamtzahl von 4.300 Absolventinnen und Absolventen in diesen
Disziplinen", warnte der IV-Generalsekretär.

Gleichzeitig müsse Österreich seine Attraktivität als Arbeitsplatz
für internationale Spitzenkräfte weiter ausbauen, um im zunehmenden
globalen Wettbewerb um die größten Talente bestehen zu können,
forderte Beyrer. "Wissenschaftliche Exzellenz muss in Österreich
gehalten und durch selektive Anziehung und weltweite Rekrutierung von
Spitzen-Forscherinnen und Forschern ergänzt werden. Hohe Qualität auf
einer breiten Basis, ergänzt durch Exzellenz an der Spitze muss auch
im Bereich der Humanressourcen der Anspruch des Innovationsstandortes
Österreich sein", so Beyrer weiter.

Speziell in der Frauenförderung bestehe in Österreich großer
Nachholbedarf. "Für die Wissensgesellschaft Österreich gilt es, das
Begabungspotenzial von Frauen in Wissenschaft und Forschung besser
auszuschöpfen", legt Beyrer einen weiteren Schwerpunkt der IV dar,
der über alle Handlungsfelder gelegt werden müsse. "Wir fordern eine
couragiertere Innovationspolitik und eine Intensivierung eines
breiten Dialogs zwischen Gesellschaft, Politik, Bildungseinrichtungen
und Unternehmen. Nur dann können wir Wachstum anregen und unserer
Jugend die Tür zu einer attraktiven und kreativen Arbeitswelt
öffnen", so Beyrer.

Nicht zuletzt aus diesem Grund hat die IV hat eine hochkarätig
besetzte Focus Group unter der Leitung von Philips-Österreich
Vorstand Mag. Markus Posch eingerichtet, die in den nächsten Monaten
ein strategisches Konzept zur Sicherung des Nachwuchses in
Naturwissenschaft und Technik (NT) erarbeiten wird.

"Für Philips Österreich als LCU (Leading Compentence Unit)
bestimmt die Verfügbarkeit hochqualifizierter Arbeitskräfte ganz
besonders die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Österreichs",
betonte Mag. Markus Posch. Als international orientierte
Schaltstellen in Forschungs-, Technologie- und Innovationsnetzwerken
spiegeln LCUs laut der Studie die Trends am Arbeitsmarkt besonders
deutlich wider. Sowohl die Beschäftigungszunahme in Vergangenheit und
Zukunft als auch die internationale Personalsuche sind bei den
Leitbetrieben stärker ausgeprägt als bei anderen Unternehmen. "Der
Bedarf an graduierten Technikern wächst enorm. Fast alle unserer
derzeit zu vergebenden Stellen liegen im technologienahen Bereich",
erklärte Posch.

Ergebnisse der Studie

Dr. Arthur Schneeberger vom Institut für Bildungsforschung und
Wirtschaft (ibw) stellte die Ergebnisse der Studie
"Techniker/Innenmangel trotz Hochschulexpansion", die im Auftrag der
Industriellenvereinigung erstellt wurde, vor. Im internationalen
Vergleich zeigt Österreich ein besonders starkes Wachstum an F&E
Personal. Allein im Unternehmenssektor stieg die Zahl der
Wissenschafterinnen und Wissenschafter mit Hochschulabschluss
zwischen 1998 und 2004 um 79 Prozent.

Der Arbeitsmarkt für F&E Personal stellt sich aus
Unternehmenssicht sich wie folgt dar:

- Mehr als 65 Prozent der forschenden Unternehmen haben die
Beschäftigung von Technikgraduierten der Universitäten und der
Fachhochschulen in den vergangenen drei Jahren ausgeweitet

- 68 Prozent der Unternehmen erwarten, dass die Beschäftigung von
Technikgraduierten der Universitäten in den nächsten drei Jahren
zunehmen wird

- 60 Prozent der Unternehmen hatten Schwierigkeiten, geeignete
Absolventinnen und Absolventen technischer Universitätsstudien zu
finden. Nach Branchen betrachtet, haben die Maschinenbau-, Fahrzeug-,
Papier und Holz-, Elektro- und Metallindustrie am meisten mit den
Engpässen zu kämpfen.

- Folgende industrienahen Technikwissenschaften liegen bei
Arbeitsmarkt-Engpässen mit Abstand auf den Spitzenplätzen:
Maschinenbau, Elektrotechnik, Metallurgie, Werkstoffwissenschaft und
Verfahrenstechnik

- Internationale Personalsuche ist bei den Unternehmen bereits stark
verbreitet (60% der Firmen rekrutieren bereits auch international),
sie hebt die Rekrutierungsprobleme jedoch nicht auf.

"Gründe für die Arbeitsmarktengpässe sind ein zu geringes Wachstum
industrieorientierter Ingenieurdisziplinen, fehlende
Zusatzqualifikationen und geringe geografische Mobilität der
Bewerber. Außerdem steht den Graduierten eine breite Palette von
beruflichen Betätigungsfeldern auch außerhalb von F&E offen und das
hohe Durchschnittsalter des F&E-Personals lässt zusätzlich auf ein
künftig weiter anwachsendes Problem schließen", fasst Schneeberger
die Studienergebnisse zusammen.

Rückfragehinweis:

IV-Newsroom
   Tel.: (++43-1) 711 35-2306
   Fax: (++43-1) 711 35-2313
   mailto:info@iv-newsroom.at
   http://www.iv-net.at/medien

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