Grüne Wien: Integrationsforderungen an Neo-Stadträtin Frauenberger

Korun: Stadt Wien braucht klare Zielsetzungen und Handlungskonzept

Wien (OTS) - "Nach zwei Wochen, die wir der neuen Integrationsstadträtin Frauenberger zwecks Orientierung in ihrem neuen Ressort gegeben haben, richten wir nun unsere Forderungen im Bereich Integration/Diversität an sie. Seit zehn Jahren hat Wien ein Integrationsressort, seit zwei Jahren eine eigene Magistratsabteilung für Integration. Es wird endgültig Zeit für einen klar strukturierten Wiener Masterplan für Integration, den es bis heute nicht gibt", fordert die Integrationssprecherin der Grünen Wien, Alev Korun, in Richtung Neo-Stadträtin Frauenberger.

Um den Bedarf an konkreten Maßnahmen präziser feststellen zu können, fordern die Grünen die Etablierung eines Monitoring-Systems zur Entwicklung der Lage der ImmigrantInnen in Wien. Die Daten dazu sollen einerseits aus der Volkszählung gewonnen, andererseits die Studien "Leben in Wien" zu Arbeits- und Lebensbedingungen von WienerInnen aktualisiert und ausgewertet werden.

Die kulturelle und sprachliche Vielfalt, die die Stadt Wien predige, sehe man in der Stadtverwaltung - außer in der Enklave der Integrationsabteilung MA 17 - nirgendwo, so Korun. "Wo sind die AbteilungsleiterInnen oder HofrätInnen mit Migrationshintergrund? Warum wartet die Stadt auf eine quasi ‚natürliche’ Veränderung dieser Verhältnisse obwohl sie aus anderen Bereichen wie z.B. Frauengleichbehandlung weiß, dass Chancengerechtigkeit nicht vom Himmel fällt?", fragt Korun.

Gerade von der Gewerkschafterin Frauenberger erwarten sich die Grünen konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsmarktintegration von MigrantInnen. Grüne Vorschläge zur Etablierung einer Niederlassungsbegleitung für NeuzuwanderInnen warten auf Umsetzung, erinnert Korun. Damit sollen mitgebrachte berufliche Kompetenzen der ImmigrantInnen von Anfang an registriert, ihnen bei der Nostrifikation von Abschlüssen geholfen und ihr Integrationsprozess begleitet werden.

Förderung von Sprachkenntnissen ist wichtig, Deutschkenntnisse allein machen aber noch keine gesellschaftliche Integration aus, betont Korun. "Wir fordern Frauenberger auf, Integrationspolitik nicht auf Deutschkurse zu verkürzen. Ihr Engagement wird sich daran messen, ob in den Bereichen Antidiskriminierung, Chancengerechtigkeit, Sichtbarmachung von MigrantInnen konkrete Massnahmen ergriffen werden oder nicht. Und dafür wird ihr die Arbeit eines klaren Handlungskonzeptes mit Zielvorgaben nicht erspart bleiben können", schließt Korun.

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