Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Vertauschte Rollen (von Ralf Mosser)

Ausgabe vom 13.02.2007

Wien (OTS) - Wenn gegen einen normalen (sprich: herkömmlichen) Politiker Vorer-hebungen der Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts des Amtsmissbrauchs eingeleitet werden, ist das für ihn ein schlechter Tag. Der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider ist da anders gestrickt. Für ihn gehören solche Tage zu den guten, zu den ganz guten sogar.

Endlich konnte er sich wieder selbst darstellen und in einer seiner Lieblingsrollen auftreten, in der des von allen verfolgten, unschuldigen Opfers. Er ist Opfer eines politischen Willküraktes, eines Richterputsches, eines politischen Schauprozesses a la kommunistisches System, von Helfershelfern der Justizministerin und der Staatsanwaltschaft, die ein demokratisch-rechtsstaatlicher Saustall ist.

Bei der Selbstdarstellung wird von Haider natürlich verschwiegen, dass er in den vergangenen Jahren, Monaten, Wochen und Tagen in der Causa Ortstafeln dem Rechtsstaat nicht nur einmal auf der Nase herumgetanzt ist und dass er die österreichischen Gesetze zumindest gebeugt und möglicherweise (das werden die Vorerhebungen ergeben) sein Amt missbraucht hat.

Haider verrückt nicht nur die Ortstafeln, er versucht in diesem Fall auch die Rollen zu vertauschen, denn er ist alles andere als das Opfer. Er ist vielmehr der Täter.

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