AK: Neues Schulaufnahmeverfahren bringt Nachteile

Vor allem an den berufsbildenden Schulen: Neues Aufnahmeverfahren verschärft die Probleme mit dem Platzmangel

Wien (OTS) - Das neue Aufnahmeverfahren für mittlere und höhere Schulen kann zu schweren Nachteilen vor allem für BewerberInnen an berufsbildenden Schulen führen. Davor warnt die AK. Denn als Ergebnis der Versäumnisse in der Bildungspolitik der letzten Jahre herrscht an den berufsbildenden Schulen Platzmangel - laut Schätzungen der AK ExpertInnen mussten letzten Herbst österreichweit 5.000 BewerberInnen um einen Schulplatz abgewiesen werden. "Wenn das Semesterzeugnis für die Aufnahme an der Wunschschule ausschlaggebend ist, haben alle jene Schülerinnen und Schüler schlechte Chancen, die sich bis zum Schulschluss noch verbessern oder erst im Abschlusszeugnis die Aufnahmebedingungen erfüllen", sagt Johanna Ettl, stellvertretende Direktorin der AK Wien. Überdies sei die Aufnahme auf Grund des Semesterzeugnisses rechtlich fragwürdig: Laut Schulunterrichtsgesetz ist das Jahresabschlusszeugnis für die Aufnahme in eine weiterführenden Schule ausschlaggebend. Die Arbeiterkammer will ein Recht auf einen Schulplatz in einer berufsbildenden Schule, wenn die BewerberInnen die Aufnahmebedingungen erfüllen. Nötig dazu sind mindestens 4.000 Schulplätze mehr.

"Es darf nicht sein, dass Bewerberinnen und Bewerber um einen Platz in einer berufsbildenden Schule abgewiesen werden, obwohl sie die Aufnahmebedingungen erfüllen", sagt Ettl. In Wien mussten letzten Herbst laut Stadtschulrat rund 1.200 BewerberInnen abgewiesen werden - bei rund 6.400 Schulplätzen. Umgerechnet auf ganz Österreich, bedeutet das 5.000 Abweisungen. "In dieser Situation führt das neue Aufnahmeverfahren zu Verschärfungen", sagt Ettl, "der Platzmangel an den berufsbildenden Schulen muss rasch behoben werden."

Die Arbeiterkammer will ein Recht auf einen Schulplatz in einer berufsbildenden Schule, wenn die BewerberInnen die Aufnahmebedingungen erfüllen. Nötig dazu sind mindestens 4.000 Schulplätze mehr, vor allem in zukuntsweisenden Berufen. Für Wien konkret müssen mindestens zwei neue berufsbildende Schulen vom Bund finanziert werden, vor allem im Bereich der wirtschaftlichen Berufe sowie regional in den Bezirken nördlich der Donau. Die Planungen dafür gibt es schon, allerdings ist die Umsetzung auf Grund der angespannten Budgetlage bei den Bundesschulen offen.

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