Klement: Haarsträubende EU-Agrarpolitik

Widersinnige Förderpraxis im Agrarbereich führt zu dramatischen ökologischen und wirtschaftlichen Folgen

Wien (OTS) - "Wort und Tat bleiben in der EU Gegensätze, auch und besonders bei den Agrarförderungen", stellt FPÖ-Landwirtschaftssprecher NAbg. DI Karlheinz Klement besorgt fest. Die FPÖ beharre auf ihrer Forderung, umgehend eine möglichst vollständige Renationalisierung des gesamten Agrarbereiches zu ermöglichen. "Österreichisches Steuergeld soll wieder nachhaltig wirtschaftenden österreichischen Bauern und damit der Herstellung hochwertiger, heimischer Lebensmittel zugute kommen."

Es wären zwar Ansätze zur Selbstkritik der EU, die Mitteilung zur Überprüfung der Umweltpolitik betreffend, zu sehen, konkret würden allerdings die Subventionen größten Teils weiterhin nur die landwirtschaftliche Großindustrie in Europa unterstützen, gibt Klement zu bedenken. Die damit verbundenen ökologischen Folgen wären bereits absehbar. Im Süden Spaniens entstehe zurzeit aufgrund der fortgesetzten Umweltsünden der Intensivlandwirtschaft (Wasserverschwendung, maßloser Spritzmittel-Einsatz, Monokulturen, etc.) die erste Wüste Europas. Immer häufiger fänden sich in Lebensmittel-Importen aus dem Süden Europas und der - gleichfalls mit europäischen Steuermillionen geförderten - Türkei wahre Chemie-Cocktails, die als hochgradig gesundheitsgefährdend gelten und auf von der EU laufend erhöhte Pestizid-Rückstands-Grenzwerte zurückzuführen wären.

"In der EU-Agrarpolitik wird weiterhin Masse statt Klasse, Quantität statt Qualität, Sortenverarmung statt Vielfalt und Überfluss statt Überleben gefördert. Von den über 45 Milliarden Euro, die Brüssel jährlich in den Agrarbereich investiert, werden weniger als 5 Prozent für jene Betriebe aufgebracht, die umweltverträglich wirtschaften und dazu Arbeitsplätze schaffen. Über 95 Prozent der Fördermittel fließen der Agrarindustrie zu", veranschaulicht Klement seine Kritik.

Die schon heute widersinnige Förderpraxis im Agrarbereich könnte aber noch groteskere Formen annehmen. Nicht nur künstlich erzeugtes Retortenfleisch stehe kurz davor, auf Markt und Konsumenten losgelassen zu werden. Auch das in den Niederlanden ausgearbeitete Konzept der "Deltaparks" stehe kurz vor Abschluss der Planungsphase. In diesen "Parks" benannten, mehrstöckigen "Zucht-, Mast- und Schlachtkerkern" würden Fisch- und Champignonzucht, Schweinehaltung und -verwertung gewissermaßen Tür an Tür abgewickelt. "Ein für die bislang geübte EU-Fördermentalität fraglos verlockender Irrsinn", so Klement.

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