Volkshilfe fordert rasch klares Konzept für Pflege und Betreuung

Volkshilfe Präsident Josef Weidenholzer: "Die derzeitige Vorgangsweise der Minister Bartenstein und Molterer in Sachen Pflege und Betreuung ist eine Alibiaktion für Wohlhabende."

Wien (OTS) - Seit letztem Sommer beschäftigen sich ExpertInnen in diversen Arbeitskreisen wie etwa jener des Seniorenrates intensiv mit der Zukunft von Pflege und Betreuung und haben bereits viele Antworten gefunden. Minister Bartenstein hat nun mit seinem unausgegorenen Vorschlag gezeigt, wie sehr er wirklich an Ergebnissen der ExpertInnen interessiert ist, zeitgleich plädiert Vizekanzler Molterer für einen Sparkurs. Heraus kommt ein Modell, das monatlich Euro 2.500 bis 3.000 kostet. "Ein tolles Angebot für Menschen, die wohlhabend sind und nun legal betreut werden können.", so Weidenholzer: "Leider ist scheinbar keinem der beiden Minister eine seriöse Verbesserung der Situation für alle Pflege- und Betreuungsbedürftigen ein Anliegen."

Die Volkshilfe fordert zum wiederholten Male Transparenz, Gerechtigkeit, sozialen Ausgleich und Vernetzung zwischen den Bereichen Gesundheit und Pflege. "Nur eine Gesamtlösung wird den Betroffenen und deren Angehörigen wirklich helfen.", so Josef Weidenholzer: "Wir wollen als Volkshilfe die Beibehaltung des Pflegegeldes als Geldleistung, allerdings indexgebunden, und die Berücksichtigung von Demenz als Parameter in der Einstufungsverordnung. Zusätzlich zum Pflegegeld sollen als Sachleistung die Entlastungspflege und Beratungsleistungen unterstützt werden."

Dringend fordert die Volkshilfe neben Pflegegeld und Sozialhilfe die Schaffung eines dritten Finanzierungstopfes für Sachleistungszuschüsse im Bereich Pflege und Betreuung auf Basis eines angemessenen Versorgungsniveaus für alle Betroffenen. Die Forderung anerkannter Trägerorganisationen von zusätzlich 200 bis 300 Millionen Euro unterstützt Volkshilfe Bundesgeschäftsführer Erich Fenninger: "Ein reiches Land wie Österreich sollte sich in seiner Sozialpolitik an skandinavischen Länder orientieren. Alleine die vollständige Finanzierung der Leistungen der medizinischen Hauskrankenpflege aus der Krankenversicherung könnte die Situation schon deutlich verbessern."

Für Fenninger sind eine abgestimmte Vorgangsweise aller Betroffenen, die Einbeziehung der schon erarbeiteten Vorschläge und folglich das Entwickeln eines tragfähigen Modells für die gesamte Pflege und Betreuung die notwendigen nächsten Schritte.
"Die Sorgen und Bedürfnisse von pflege- und betreuungsbedürftigen Menschen und deren Angehörigen sind nicht geeignet, um damit politisches Kleingeld zu verdienen", so Erich Fenninger abschließend.

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Rainer Stoiber
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