Jank: Wirtschaftskammer Wien lehnt geplantes Einkaufszentrum Rothneusiedl ab!

Jank befürchtet gravierende Auswirkungen auf die Einzelhandelsstruktur - auch Studien des Magistrats sprechen eindeutig gegen das Projekt

Wien (OTS) - Die Wirtschaftskammer Wien lehnt das geplante Einkaufszentrum Rothneusiedl, wie es demnächst im zuständigen Ausschuss im Wiener Rathaus behandelt werden soll, in der vorliegenden Form ab. "Das große Einkaufszentrum Rothneusiedl ist für die Wirtschaftskammer Wien in dieser Form keinesfalls akzeptabel. Es schadet massiv den innerstädtischen Einkaufstraßen und bringt Verkehrsbehinderungen auf wichtigen Einzugstrassen", erklärte heute, Montag, die Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien, Brigitte Jank. Selbst Studien des Magistrats sprechen eindeutig gegen das Projekt, betonte Jank. ****

Im Rahmen der so genannten "Zielgebietsplattform Rothneusiedl" wurden vom Magistrat nun erstmals die Fakten zum geplanten Einkaufszentrum Rothneusiedl öffentlich zugänglich. Demnach seien mindestens 60.000 Quadratmeter Verkaufsfläche in einer ersten Ausbaustufe geplant, weitere 60.000 Quadratmeter sollen folgen. Damit wäre die Fläche mit der SCS vergleichbar. Zwei alarmierende Studien, die in der "Zielgebietsplattform Rothneusiedl" präsentiert wurden, zeigen die dramatischen Auswirkungen auf.

Eine Studie stellt in Form eines Verkehrsgutachtens klar, dass schon ein Einkaufszentrum von 60.000 Quadratmetern eine eigene Autobahnabfahrt und einen U-Bahn-Anschluss benötigen würde. Ein Einkaufszentrum von 120.000 Quadratmeter würde - zusammen mit den anderen geplanten Nutzungen - 54.000 zusätzliche KFZ-Fahrten pro Tag auslösen. "Selbst mit einer neuen Autobahnspange zwischen S1 und A23 ist dieser Verkehr für Südumfahrung und Südosttangente nicht verkraftbar. Die Hauptschlagadern des Wiener Wirtschaftsverkehrs wären damit noch öfter als bisher lahm gelegt", führte Jank aus.

Noch gravierender wären die Auswirkungen auf die Einzelhandelsstruktur im Süden Wiens. Eine zweite Studie des Magistrats hält fest, dass schon jetzt ein Überhang an Verkaufsfläche von 80.000 Quadratmetern im Süden Wiens besteht. Mit dem geplanten EKZ am Südbahnhof werden es sogar 100.000 Quadratmeter. "Das geplante Einkaufszentrum in Rothneusiedl würde daher in jedem Fall die Favoritenstraße und andere Einkaufsstraßen im Süden Wiens massiv schwächen", warnte Jank.

Bei einem EKZ mit 120.000 Quadratmeter würde die Favoritenstraße gar 35 Prozent Umsatzverlust erleiden. Für zahlreiche Unternehmen im Süden Wiens würde dies das sichere Aus bedeuten. Die Nahversorgung der Bevölkerung wäre damit empfindlich geschwächt. "Ein großes Einkaufszentrum in Rothneusiedl ist für mich unvorstellbar. Es kann nicht unser Ziel sein, die innerstädtischen Einkaufsstraßen zu schädigen und den Verkehr auf unseren wichtigsten Straßenzügen zum Erliegen zu bringen," so Jank. Allenfalls ein Nahversorgungszentrum mit 5.000 bis 6.000 Quadratmeter Verkaufsfläche für die Wohnbevölkerung der geplanten Wohnbauten in Rothneusiedl ist für die Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien als Kompromiss vorstellbar. (Schluss)

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