ÖGB-Mostbauer: Bartensteins Pflegemodell mit vielen Lücken

Finanzierung der Pflege nicht auf Kosten der Beschäftigten

Wien (ÖGB) - "Egal ob Pflege oder Betreuung, beides sind höchst verantwortungsvolle Tätigkeiten und ein Brutto-Stundenlohn von sechs bis sieben Euro ist daher einfach nicht akzeptabel", sieht die Vorsitzende der ÖGB-Fachgruppenvereinigung für Gesundheitsberufe (ÖGB-FGV), Gerda Mostbauer, im Bartenstein-Modell für die "Rund-um-die-Uhr"-Betreuung keinen Lösungsansatz. Mostbauer: "Bei so vielen Lücken und Unklarheiten kann eigentlich gar nicht von einem Modell gesprochen werden. Viemehr scheint es so zu sein, dass der Arbeitsminister einfach einen unhaltbaren - ehemals - illegalen Zustand zum Gesetz machen will."++++

Der Bartenstein-Vorschlag würde eine tägliche Arbeitszeit von 14 Stunden an sieben Tagen der Woche bedeuten. Eine tatsächliche Einhaltung der vorgesehenen Ruhezeit kann angesichts der Betreuungssituation nicht gewährleistet werden. Weiters gibt es weder eine Freizeit- noch eine Urlaubsregelung. Ungeklärt ist auch die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall bzw. die Vertretung während des Krankenstandes.

Mostbauer fordert daher ein umfassendes Konzept, das sowohl die mobile medizinische Pflege als auch die Betreuung beinhaltet.

Dazu gehören:
O gemeindenahe Strukturen für Betreuung und Pflege,
O Angebote, die den Bedürfnissen der Bevölkerung entsprechen und beispielsweise Tagesbetreuung, Unterstützung der Angehörigen oder betreutes Wohnen beinhalten,
o die freie Angebotswahl,
o der Rechtsanspruch auf Pflege und Betreuung zu Hause und
o die Leistbarkeit der Angebote bei gleichzeitiger gerechter Entlohnung der Beschäftigten.

Vehement tritt die ÖGB-FGV-Vorsitzende Vorstellungen entgegen, vor allem Frauen aus den östlichen EU-Ländern zum Billigtarif als Betreuerinnen einzusetzen. Mostbauer: "Wer in Österreich arbeitet hat ein Recht auf Bezahlung nach dem österreichischen Kollektivvertrag."

ÖGB, 12. Februar 2007 Nr. 106

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