Brosz zu ORF-Amon: Steinzeitliches Verständnis von Frauengleichstellung

Grüne: "Gläserne Decke" im ORF aus Stahlbeton. Befürchtung, dass frauendiskriminierende Aussagen kein Ausrutscher sind

Wien (OTS) - "Es ist zu befürchten, dass die frauendiskriminierenden Aussagen des neuen ORF-Chefredakteurs, die an die Steinzeit der politischen Debatte über Frauengleichstellung erinnern, kein einmaliger Ausrutscher sind", zeigt sich der ORF-Sprecher der Grünen, Dieter Brosz, befremdet über die "Nicht-Reaktion" von Karl Amon zur Kritik an seinen Äußerungen im Nachrichtenmagazin "profil". "Laut Amon müsse der ORF-Chefredakteur darauf achten, dass ‚förderungswürdige Frauen nicht überfordert werden und sich im ORF zu schnell entwickeln’. Frauen könnten ‚nicht von null auf hundert’ in Führungsfunktionen gelangen, es müsse ‚Schaden’ von ihnen abgewendet werden. Amon - dessen journalistische Qualitäten unbestritten und von allen Parteien anerkannt sind - hat dies bislang weder mit dem Ausdruck des Bedauerns zurückgenommen, noch hat er eine Erklärung abgegeben, wie diese Aussagen sonst zu verstehen sein sollen. Sollten seine Äußerungen tatsächlich Richtlinie bei der Besetzung von Führungspositionen in seinem Zuständigkeitsbereich sein, dann ist zu befürchten, dass die ‚gläserne Decke’ für Frauen im ORF aus Stahlbeton ist", so Brosz.

"Die neue ORF-Führung wird - gerade nach der diesbezüglich wenig erfreulichen Ära von Ex-Generaldirektorin Monika Lindner und Ex-Chefredakteur Werner Mück - nicht zuletzt daran gemessen werden, ob und wie viele Frauen im ORF Führungsaufgaben wahrnehmen können. Bislang ist von besseren Aufstiegs- und Karrieremöglichkeiten für Frauen wenig zu sein. Die vom neuen ORF-Chefredakteur verkündete Einrichtung von speziellen ‚Schutzzonen außerhalb der Politik’ für ORF-Redakteurinnen und ihre damit einhergehende Versetzung in die Chronik-Redaktion ist jedenfalls kein Signal, um im ORF eine Trendwende in Sachen Frauengleichstellung zu orten", so Brosz.

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