Neues Volksblatt: "Symbolisch" (von Werner Rohrhofer)

Ausgabe vom 10. Februar 2007

Linz (OTS) - Es gibt den Fachbegriff der "symbolischen Politik":
Bestimmte symbolische Handlungen treten an die Stelle echter Maßnahmen.
Früher war das typische Beispiel der Politiker, der aus einem Fluss trinkt und damit symbolisiert, dass in der Umweltpolitik ohnehin etwas geschehen sei. Wie es seiner Verdauung am nächsten Tag gegangen ist, das hat man nie erfahren. Heute liefert uns die SPÖ so manches Schulbeispiel für symbolische Politik.
Politik ist - speziell im Medienzeitalter - immer in Gefahr, nicht nur Symbole zu setzen sondern durch diese das Handeln zu ersetzen. Oder, um es noch einmal anders auszudrücken: Design statt Sein gibt's gerne auch in der Politik. Man soll sein Licht nicht unter den Scheffel stellen, aber wenn kein Licht vorhanden ist, ist ein Scheffel immer noch besser als gar nichts - auch eine Spielart der symbolischen Politik.
Nur eines sollte dabei nicht übersehen werden: Je öfter den Menschen symbolische statt echter Handlungen serviert werden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie dieses Spielchen durchschauen. Und was dann in der Wahlzelle passiert, ist nicht mehr symbolisch sondern handfest.

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