Politikportalanalyse: Österreich mit Tunnelblick - Streit um Koralmbahn

Innsbruck / Wien (OTS) - Das Innsbrucker MediaWatch Institut erstellt im Auftrag von APA-OTS wöchentlich ein Top-30 Ranking der meist genannten PolitikerInnen in den österreichischen Tageszeitungen. Im aktuellen Untersuchungszeitraum (02. bis 08. Feber 2007) belegt Bundeskanzler Alfred Gusenbauer Rang eins. Verkehrsminister Werner Faymann nimmt den zweiten Platz ein, gefolgt von Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider auf dem dritten Rang.

Thema Nummer eins war in dieser Untersuchungswoche der Koralmtunnel. Die österreichischen Medien konzentrierten sich in ihrer Berichterstattung überwiegend auf den Disput der politischen Granden zu dem Baustart des Tunnels. Bundeskanzler Alfred Gusenbauer, der im aktuellen Ranking mit 660 Nennungen die Spitze einnimmt, trat zu diesem Thema vor allem als Vermittler auf. Die Aussage des Verkehrsministers Werner Faymann (Rang zwei, 439 Nennungen), der Tunnel sei erst im Jahr 2020 fertig zu stellen schlug hohe Wogen. Parteikollegen, wie Steiermarks Landeshauptmann Franz Voves (Rang sieben, 177 Nennungen) und Kärntens Vizechefin Gabrielle Schaunig-Kandut protestierten beim Kanzler. Der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (Rang drei, 308 Nennungen) drohte sogar mit einer Klage gegen die Bundesregierung bei Nichteinhaltung der bestehenden Verträge. Gusenbauer garantierte den Bundesländern jedoch die planmäßige Umsetzung der Tunnelverbindung.

Der österreichische Bundeskanzler positionierte sich zudem mit seiner Berlinreise zur deutschen Regierungschefin und gegenwärtigen EU-Ratsvorsitzenden Angela Merkel in den Medien. In punkto Quotenregelung für deutsche Medizin-Studenten in Österreich konnte ein "Schulterschluss" der beiden Länder vereinbart werden. Die Quotenregelung soll nun als gemeinsame Lösung in Brüssel der EU-Kommission vorgetragen werden.

Unter den ersten Fünf des Rankings sind diese Woche weiters FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache (Rang vier, 288 Nennungen, Foto-Affäre - Rechtsextremismus Debatte, Zeugenaussage zu Spesenstreit) sowie Vizekanzler und Finanzminister Wilhelm Molterer (Rang fünf, 216 Nennungen, keine Neu- oder Nachverhandlungen von Koalitionspaket, Vertretungsregelung, Doppelbudget).

In das Top-30 Politikerranking sind unter anderem neu eingestiegen: Burgenlands Landtagspräsident Walter Prior (Rang 14, 117 Nennungen, Beißattacke), Kärntens Verkehrs- und Tourismusreferent Gerhard Dörfler (Rang 17, 92 Nennungen, Koralmbahn, Werbevertrag mit Italien), der steirische Landeschef der Grünen Werner Kogler (Rang 19, 68 Nennungen, Eurofighter) sowie Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (Rang 22, 63 Nennungen).

Die ÖVP stellt in dieser Woche elf PolitikerInnen im Top-30 Politikerranking. Die SPÖ positioniert sich mit zehn, gefolgt vom BZÖ mit fünf VertreterInnen. Von den Grünen konnten zwei Ränge und von der FPÖ ein Platz im Ranking eingenommen werden. Als parteiloser Politiker ist zudem Bundespräsident Heinz Fischer (Rang 25, 60 Nennungen) vertreten.

MediaWatch analysiert im Auftrag von APA-OTS die Präsenz österreichischer Politiker in der Berichterstattung der heimischen Tageszeitungen. Das wöchentlich aktualisierte Ranking ist über das OTS-Politikerportal http://www.politikportal.at kostenlos abrufbar.

Die kompletten Daten und alle bisherigen Analysen sind über den kostenpflichtigen Service http://www.defacto.at erhältlich (Download über den Link "Alle Analysen" am unteren Ende des Rankings).

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