Greenpeace: Japanische Walfänger töteten über 93 Prozent Walmütter

Schockierende Statistik über die Walfangsaison 2005/2006 enthüllt

Wien/ Südpolarmeer (OTS) - Wien/ Südpolarmeer - Während das Greenpeace-Schiff "Esperanza" im Südpolarmeer mit dem Österreicher Joe Böhm an Bord kurz davor steht, mit der japanischen Walfangflotte zusammenzutreffen, wurden Greenpeace schockierende Fakten über den Walfang im letzten Winter bekannt.

In einer unveröffentlichten Statistik des japanischen Institutes für Walforschung (ICR) über die Walfangsaison 2005/2006 im Südpolarmeer wird deutlich, dass 93,8 Prozent der getöteten erwachsenen Walweibchen trächtige oder säugende Mütter mit Kalb waren. In Zahlen ausgedrückt: Von 242 erwachsene Weibchen waren 227 trächtige oder säugende Weibchen. Insgesamt wurden 863 Wale geschlachtet.

Neben Zwergwalen fielen den Harpunen der japanischen Walfänger im letzten Winter ebenfalls zehn Finnwale zum Opfer, die auf der 'Roten Liste der bedrohten Tierarten' der Weltnaturschutzunion (IUCN) als 'stark gefährdet' eingestuft werden.

Unmittelbarer Augenzeuge des Japanischen Walfangs war der Österreicher Erich "Joe" Böhm. Er war zwischen November 2005 und Februar 2006 als Greenpeace-Aktivist im Südpolarmeer auf der 'Esperanza' im Einsatz. "Für mich war es damals schon ein Horror, den stundenlangen qualvollen Todeskampf eines Wals erleben zu müssen. Aber wenn ich mir jetzt vorstelle, dass darunter höchstwahrscheinlich eine trächtige Walmutter war, dann wird mir ganz anders", kommentiert Böhm die japanische Statistik.
Böhm kreuzte in seinem Schlauchboot immer wieder zwischen Wale und tödliche Harpunenkanonen und nahm den Harpunieren mit einem von ihm entwickelten Wasserwerfer die Sicht auf ihr Ziel - die Wale.

Obwohl Joe Böhm zusammen mit anderen Greenpeace-Aktivisten durch diese Sicht-Blockaden insgesamt 82 Walen das Leben retten konnte, wurde er dennoch Augenzeuge, wie mindestens 123 Wale den Tod fanden.

Seit Beginn des "wissenschaftlichen" Walfangprogramms im Südpolarmeer 1987 wurden von den japanischen Walfängern insgesamt 7658 Wale erlegt."Die angebliche Walforschung, die die japanische Regierung im Südpolarmeer betreibt, ist nicht nur eine Farce, sondern widerspricht jeglicher wissenschaftlicher Ethik. Sie ist in Wirklichkeit kommerzieller Walfang und muss gestoppt werden", fordert Greenpeace Meeresbiologin Antje Helms.

Die "Esperanza" wird auch in diesem Winter die direkte Konfrontation mit der japanischen Walfangflotte im Südpolarmeer wieder aufnehmen -mit an Bord - als eines von 38 Crewmitgliedern - ist auch diesmal der Wahlkärntner Joe Böhm. Die Esperanza legte am 25. Januar von Auckland (Neuseeland) in Richtung Südpolarmeer ab. Ein Zusammentreffen mit der Walfangflotte ist für dieses Wochenende geplant und steht laut Böhm unmittelbar bevor.

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