Informationsoffensive für potenzielle Tankstellenpächter

Obmann Müller präsentiert Branchenschwerpunkte 2007 - "Voraussichtlich wieder Rückkehr zum Tankwart" - Neues Portal www.meinetankstelle.at

Wien (PWK081) - Die wirtschaftliche Situation der heimischen Stationäre gibt zu Besorgnis Anlass. Einerseits führen die Treibstoffpreise zu einer angespannten Situation, andererseits wird die Vertragssituation der Pächter immer schwieriger, erklärt der Obmann des Fachverbandes der Tankstellenunternehmen in der WKÖ, Ferdinand Müller.

Die Mineralölkonzerne entwerfen in regelmäßigen Abständen neue Verträge, die erfahrungsgemäß schlechter sind als die vorigen. Die Tankstellenpächter haben dann nur die Möglichkeit, den Vertrag zu unterschreiben oder sich kündigen zu lassen, hält Müller fest: "Die Konzerne haben dabei ein leichtes Spiel, da sie immer wieder genug unerfahrene Jungunternehmer finden, die eine Tankstelle übernehmen möchten".

"Genau hier setzen wir an. In Zusammenarbeit mit dem Jungunternehmerservice der Wirtschafskammer Österreich haben wir eine Informationsoffensive gestartet, die potenziellen Tankstellenpächtern einen Wissensvorsprung bieten soll", so Müller, der gemeinsam mit Geschäftsführer Alexander Piekniczek und Vertretern der Mineralölbranche dieser Tage die Branchenschwerpunkte für 2007 vorstellte. Dabei wurde auch das neue Informationsportal im Internet mit der Adresse www.meinetankstelle.at, das ab sofort online ist, präsentiert.

Als Arbeitsschwerpunkte sieht Müller die Vertragssituation der Pächter, das Berufsbild Tankstellenfachmann, die Öffnung der Landestankstellen sowie die starke Zunahme der Kundenkreise im Bereich der Hof- und Betriebstankstellen sowie die Öffentlichkeitsarbeit. "Wir wollen sowohl das Image des Tankstellenpartners heben als auch die breite Öffentlichkeit informieren, dass nicht der Tankstellenpartner schuld am hohen Treibstoffpreis ist. Die Öffnung von Landestankstellen führt zu einer massiven Wettbewerbsverzerrung innerhalb der Branche. Wir wehren uns massiv dagegen. In einigen Bundesländern waren wir erfolgreich, in manchen leider noch nicht. Neben rechtlichen Argumenten wollen wir mit verstärkter Öffentlichkeitsarbeit auf breiter Front aufklären. Es kann nicht sein, dass Landesbehörden eine gesamte Branche auf Kosten des Steuerzahlers konkurrenzieren".

Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Experten der Fachverbände Mineralölindustrie, Garagen und Tankstellen sowie Energiehandel, hat einen Entwurf für ein neues Berufsbild innerhalb der Branche erarbeitet. Dieser ist bereits in der Wirtschaftskammer Österreich koordiniert. Die Arbeitnehmerseite hat sich vorerst skeptisch geäußert, "wie immer bei neuen Lehrberufen", so Müller. Im Frühjahr soll ein Sozialpartnergipfel zu diesem Thema eine Einigung bringen.

Eine allgemeine Steigerung der Treibstoffpreise wirke sich meist nicht auf die Zusatzgeschäfte aus. Bei Trichterpreisen sehe die Sache schon anders aus. Befindet sich ein Tankstellenpartner am Rand eines "Preistrichters", sinken seine Umsätze dramatisch. Das wirke sich fast eins zu eins auch auf das Zusatzgeschäft aus. "Wenn die Kunden ausbleiben, nützen auch die besten Marketingmaßnahmen kaum. Nur an ganz wenigen Standorten kann der Shop auch ohne das Kerngeschäft ausgeweitet werden".

Die Konzentration in der Tankstellenbranche gehe - wenn auch in geringerem Ausmaß - weiter. Das Zusatzgeschäft werde immer mehr an Bedeutung gewinnen. Die Shops werden sowohl Angebot als auch Sortiment weiter entwickeln. Künftig werde auch die Bedeutung des Servicebetriebes wieder steigen. "Es wird voraussichtlich wieder eine Rückkehr zum Tankwart geben. Dieser Trend ist bereits in Deutschland spürbar. Österreich wird sich dem mit Sicherheit auch nicht verschließen können".

Alternative Treibstoffe werden, so Müller, keine große Bedeutung gewinnen. Die jetzige Beimischung von Biodiesel habe für die Tankstellenpartner keine Auswirkungen, da diese Beimischungen bei allen Marken vorgenommen werden muss. Alternativen gebe es derzeit keine. Die Anbauflächen von Ölsaaten seien viel zu gering und die Herstellung von alternativen Treibstoffen viel zu teuer. Beispielsweise klingt "Treibstoff Wasserstoff" für viele sehr gut. Dabei werde jedoch nicht bedacht, dass die Herstellung extrem teuer und umweltschädlich ist, so Müller abschließend. (hp/jr)

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E-Mail: tankstellen.garagen@wko.at

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